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Unesco erkennt Erzgebirge und Augsburger Wassersystem als Welterbe an

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat das Erzgebirge in Sachsen und Böhmen sowie das Augsburger Wassersystem in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Tagesanlage des Schachts "Reiche Zeche" in Freiberg

Tagesanlage des Schachts "Reiche Zeche" in Freiberg

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat das Erzgebirge in Sachsen und Böhmen sowie das Augsburger Wassersystem in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik, Michelle Müntefering, begrüßte am Samstag in Berlin, dass beide Anträge aus Deutschland vom Welterbekomitee in Baku angenommen wurden.

Zur Auszeichnung für das Erzgebirge erklärte Müntefering: "Glückwunsch zum Welterbetitel an die grenzüberschreitende Montanregion Erzgebirge/Krusnohori". Das industrielle Kulturerbe in Böhmen und Sachsen habe außergewöhnliche Bedeutung und universellen Wert. "Ich freue mich über die erste gemeinsame Welterbestätte mit der Tschechischen Republik", erklärte Müntefering weiter. Dies sei auch ein wichtiges europäisches Signal und zeige die "enge kulturelle Verflechtung unserer Länder".

Deutschland und Tschechien hatten den Antrag gemeinsam bei der Unesco gestellt und darin auf die jahrhundertelange Bergbau-Tradition des Erzgebirges verwiesen. In der Grenzregion wurde ab dem 15. Jahrhundert Silber abgebaut, später Uran.

Auch für das historische Augsburger Wassersystem mit seinen Pumpwerken und Kanälen lag der Unesco ein Antrag Deutschlands vor. Mit der nun erfolgten Aufnahme in die Welterbeliste würden nicht nur die Wasserbau- und Brunnenkunst gewürdigt, "sondern auch der nachhaltige Umgang mit unserer wertvollsten Ressource seit über 700 Jahren", erklärte Müntefering. Das Wassermanagement-System von Augsburg repräsentiere "eine urbane Wasserlandschaft, die in ihrer bis heute fortbestehenden technischen Vielfalt ihresgleichen sucht".

Im vergangenen Jahr hatte die Unesco unter anderem den Naumburger Dom aus dem 13. Jahrhundert in die Liste aufgenommen. Mit dem Erzgebirge und dem Augsburger Wassersystem verzeichnet Deutschland nunmehr 46 Welterbe-Stätten. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation tagt bis zum 10. Juli in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans.

AFP