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UNO startet "historische" Initiative für Corona-Impfstoffe und -Medikamente

UNO startet "historische" Initiative für Corona-Impfstoffe und -Medikamente
UNO startet "historische" Initiative für Corona-Impfstoffe und -Medikamente
© © 2020 AFP
Die Vereinten Nationen haben eine "historische" Initiative zur Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus gestartet.

Die Vereinten Nationen haben eine "historische" Initiative zur Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus gestartet. "Wir sehen uns einem globalen Feind wie keinem anderen gegenüber", erklärte UN-Chef António Guterres am Freitag auf einer virtuellen Konferenz. Das Ziel einer Welt frei von Covid-19 erfordere "die größte Anstrengung der öffentlichen Gesundheitssysteme in der Geschichte". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief zu einer internationalen Kraftanstrengung im Kampf gegen das Virus auf.

Die von der UNO gestartete Initiative wird von zahlreichen Ländern und Privatleuten unterstützt. Sie soll die Entwicklung eines Impfstoffs beschleunigen und sicherstellen, dass weltweit alle Zugang dazu haben.

Es gehe darum, "die Entwicklung, Produktion und gleichberechtigte Verteilung von Impfstoffen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Covid-19 zu beschleunigen", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu allen Mitteln haben, um Covid-19 zu besiegen."

Während der Konferenz wurden nur wenige konkrete Details genannt, wie die Partner die Initiative umsetzen wollen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte jedoch an, dass bei einer für Anfang Mai einberufenen Online-Geberkonferenz mindestens 7,5 Milliarden Euro gesammelt werden sollten. Für die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs seien allerdings noch mehr Mittel nötig, betonte sie.

"Wir müssen einen Impfstoff entwickeln, ihn herstellen und zu einem erschwinglichen Preis in jeder Ecke der Welt verfügbar machen", fügte die Kommissionschefin hinzu. "Dieser Impfstoff wird unser gemeinsames Gut sein." Sie rief deshalb zu großzügigen Zusagen bei der internationalen Geberkonferenz am 4. Mai auf.

Bundeskanzlerin Merkel, die ebenfalls an der Videokonferenz teilnahm, sagte von deutscher Seite einen "substanziellen Beitrag" zu. Bei der Erforschung und Herstellung eines Impfstoffs sei "eine ziemlich beachtliche finanzielle Lücke" zu schließen. "Deshalb möchte ich auch alle aufrufen, egal ob aus der Politik oder aus der privaten Wirtschaft, die in der Lage sind, uns zu unterstützen", diese Lücke zu schließen.

Die Kanzlerin forderte zudem im Kampf gegen die Pandemie zu internationalem Zusammenhalt auf: "Wir werden dieses Virus nur dann besiegen, wenn wir unsere Kräfte bündeln und eine schlagkräftige Allianz bilden", sagte sie. "Wir sind von deutscher Seite aus bereit, dies politisch mit all unseren Kräften zu unterstützen."

Ausgerichtet wurde die Konferenz von der WHO, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der Bill und Melinda Gates Stiftung. Auffällig war die Abwesenheit von Regierungsvertretern aus China, wo das neuartige Coronavirus Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal aufgetreten war. Auch die am stärksten von der Pandemie betroffenen USA nahmen nicht teil.

Weltweit suchen Forscher derzeit fieberhaft nach einem Impfstoff. Unter anderem wurde in Deutschland die erste klinische Impfstoff-Studie genehmigt. Auch die britische Oxford-Universität hat mit ersten Tests an Freiwilligen begonnen. Laut der Impfallianz Gavi ist es aber keineswegs sicher, dass ein Impfstoff gefunden werden kann.

"Eine der Herausforderungen ist, dass wir nicht wissen, ob wir einen Impfstoff herstellen können", sagte der Chef der Impfallianz, Seth Berkley, auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf am Freitag. "Nach dem, was ich über die Wissenschaft weiß, bin ich ziemlich optimistisch", aber es gebe noch keinen Beleg für die Durchführbarkeit.

Normalerweise könne die Entwicklung eines Impfstoffs zehn bis 15 Jahre dauern, sagte Berkley. "Wenn wir wirklich Glück haben", könnte ein Corona-Impfstoff in zwölf bis 18 Monaten verfügbar sein. Derzeit werde an mehr als 100 verschiedenen Impfstoffen in verschiedenen Entwicklungsstadien geforscht.

An der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sind einer AFP-Zählung zufolge weltweit bereits mehr als 190.000 Menschen gestorben. Mehr als 2,7 Millionen Menschen infizierten sich.

AFP

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