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Untersuchung in Colorado zu Tod von unbewaffnetem Schwarzen bei Polizeieinsatz

Anti-Rassismus-Demonstration in Washington
Anti-Rassismus-Demonstration in Washington
© © 2020 AFP
Im US-Bundesstaat Colorado hat der Gouverneur eine Untersuchung zum Tod eines Afroamerikaners angeordnet, der im August 2019 von der Polizei in den Würgegriff genommen worden war.

Im US-Bundesstaat Colorado hat der Gouverneur eine Untersuchung zum Tod eines Afroamerikaners angeordnet, der im August 2019 von der Polizei in den Würgegriff genommen worden war. Gouverneur Jarid Polis versicherte am Donnerstag, dass die Untersuchung in die strafrechtliche Verfolgung von möglichen Verantwortlichen für den Tod des 23-jährigen Elijah McClain münden solle, sollte die Staatsanwaltschaft entsprechende Belege finden.

Zuvor hatten drei Millionen Menschen in einer Petition eine Untersuchung des Vorfalls gefordert. McClain war drei Tage nach dem Polizeieinsatz in der Stadt Aurora gestorben. Dabei war der unbewaffnete Mann nicht nur gewürgt, sondern ihm auch ein Beruhigungsmittel gespritzt worden. Mit dem Einsatz hatte die Polizei auf einen Anruf reagiert, wonach sich ein Afroamerikaner "verrückt" in der Straße aufgeführt haben soll.

In Tucson im Bundesstaat Arizona reichte der Polizeichef seinen Rücktritt wegen des Todes eines Hispanoamerikaners bei einen Polizeieinsatz ein. Der 27-jährige Carlos Ingram-Lopez war im April von drei Beamten zwölf Minuten lang mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gedrückt worden, wie ein am Mittwoch verbreitetes Video zeigte. Es stammt von von einer am Körper eines Polizisten angebrachten Kamera.

Vor seinem Tod klagte Ingram-Lopez vergeblich "Ich kann nicht atmen" - ebenso wie der bei einen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötete George Floyd. Floyds Tod löste weltweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus aus. Seine Worte "Ich kann nicht atmen" wurden dabei zum Slogan.

Im Fall von Ingram-Lopez hatten die Polizisten auf einen Notruf seiner Großmutter reagiert. Sie fanden ihn nackt und in aufgebrachtem Zustand im Haus der Familie vor. Die Vorgesetzten von Polizeichef Chris Magnus hatten noch darüber zu entscheiden, ob sie sein Rücktrittgesuch annehmen.

In New York wurde unterdessen erstmals ein Polizist von der Justiz wegen eines Würgegriffs formell beschuldigt. Der 39-jährige Beamte David Afanador habe sich nach dem Vorfall bei der Festnahme eines Schwarzen selbst gestellt und müsse sich wegen Strangulierung und versuchter Strangulierung vor Gericht verantworten, teilte die Polizei der US-Metropole mit. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Die Anklagepunkte lassen darauf schließen, dass der 35-jährige Afroamerikaner Ricky Bellevue bei der Festnahme im Stadtbezirk Queens kurzzeitig ohnmächtig geworden war. Videoaufnahmen des Vorfalls hatten bereits darauf hingedeutet.

Afanador war vom Dienst suspendiert worden, nachdem das Handy-Video bekannt geworden war. Darauf ist zu sehen, wie der hispanischstämmige Polizist den Schwarzen bei der Festnahme im Würgegriff hält. Laut Staatsanwaltschaft war die Polizei gerufen worden, weil jemand Passanten angeschrien hatte.

Nach Floyds Tod hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mehrere Maßnahmen gegen Polizeigewalt in Kraft gesetzt. Unter anderem wurde Polizisten der Würgegriff untersagt. Würgegriffe sind bei der New Yorker Polizei eigentlich schon seit 1993 verboten, wurden aber weiter angewendet. 2014 war der Afroamerikaner Eric Garner in New York gestorben, als ein Polizist ihn in den Würgegriff genommen hatte.

AFP

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