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US-Außenminister Pompeo reist nach Angriffen auf Öl-Anlagen nach Saudi-Arabien

Nach den Luftangriffen auf zwei saudiarabische Öl-Anlagen wird US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch in Saudi-Arabien erwartet.

US-Außenminister Mike Pompeo und Kronprinz Mohammed bin Salman im Januar 2019

US-Außenminister Mike Pompeo und Kronprinz Mohammed bin Salman im Januar 2019

Nach den Luftangriffen auf zwei saudiarabische Öl-Anlagen wird US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch in Saudi-Arabien erwartet. Pompeo sei auf dem Weg in das Königreich, um dort über die Reaktion auf die Luftangriffe zu beraten, sagte Vizepräsident Mike Pence am Dienstag in Washington. Ein US-Regierungsvertreter hatte zuvor erklärt, die USA verfügten über gesicherte Erkenntnisse für die Verantwortung des Iran für die Angriffe.

Zu den Attacken auf die beiden Öl-Anlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais am Samstag hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt. Sie werden vom Iran im jemenitischen Bürgerkrieg in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt. Teheran bestreitet jegliche Verantwortung für die Angriffe.

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse darüber, wer hinter den Luftangriffen auf seine Ölanlagen steht. Sein Land kenne die Drahtzieher nicht, sagte der saudiarabische Energieminister, Prinz Abdulasis bin Salman, am Dienstagabend vor Journalisten in Dschidda.

US-Vizepräsident Pence betonte am Dienstag, die USA wollten "keinen Krieg mit irgendjemandem", aber sie seien bereit, ihre Interessen und die ihrer Verbündeten in der Region zu verteidigen.

Ein US-Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor erklärt, es stehe fest, dass die Attacken von iranischem Boden aus geführt worden seien. Dabei seien unter anderem Marschflugkörper eingesetzt worden. Demnach will Washington der internationalen Gemeinschaft und besonders den europäischen Verbündeten in der kommenden Woche am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York ein Dossier zu den Angriffen vorlegen.

Zu einem Treffen von US-Präsident Trump und dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani wird es dabei wohl nicht kommen. "Ich schließe nie etwas aus, aber ich ziehe es vor, ihn nicht zu treffen", sagte Trump am Dienstag während eines Besuchs im US-Bundesstaat Kalifornien.

Noch bevor Trump sein Desinteresse an einem solchen Treffen bekundete, hatte allerdings bereits Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei "jegliche Verhandlungen mit den USA" ausgeschlossen.

Einem US-Medienbericht zufolge erörtert die US-Regierung derzeit mögliche Reaktionen auf die Drohnenangriffe. Unter anderem sei über einen Cyber-Angriff und einen Militärschlag gegen die iranische Ölinfrastruktur oder die iranischen Revolutionsgarden beraten worden, berichtete NBC News unter Berufung auf nicht genannte Regierungsvertreter. Trump seien auf einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates am Montag mehrere Alternativen präsentiert worden, er habe jedoch weitere Optionen gefordert.

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham bezeichnete den Drohnenangriff am Dienstag als "buchstäblich kriegerische Handlung". Ohne den "Segen und die direkte Beteiligung des Iran wäre ein solch durchdachter Angriff nicht möglich gewesen", erklärte Graham.

AFP