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US-Jury erhebt Anklage gegen mutmaßlichen Rushdie-Attentäter

Der mutmaßliche Rushdie-Attentäter vor Gericht
Der mutmaßliche Rushdie-Attentäter vor Gericht
© AFP
Ein Geschworenengremium im US-Bundesstaat New York hat Anklage gegen den Mann erhoben, der für den Messeranschlag auf den Schriftsteller Salman Rushdie verantwortlich gemacht wird. Wie die Staatsanwaltschaft im Verwaltungsbezirk Chautauqua am Donnerstag mitteilte, wird der 24-jährige Hadi Matar des versuchten Mordes und der Körperverletzung beschuldigt. 

Nach der formellen Anklageerhebung ließ Matar bei einer Gerichtsanhörung sein Plädoyer auf nicht-schuldig erneuern. Schon bei einer vorherigen, ersten Gerichtsanhörung hatte Matar über seinen Anwalt erklären lassen, er sei unschuldig. 

Der Richter ordnete nun an, dass der Angeklagte in Haft bleibt. Eine Freilassung gegen Kaution schloss der Richter aus. Matar verfolgte das gerichtliche Procedere mit gebeugtem Kopf. Er trug schwarz-weiß gestreifte Häftlingskleidung.

Matar war kurz nach dem Angriff auf Rushdie am vergangenen Freitag während einer Literaturveranstaltung in Chautauqua festgenommen worden. Der britisch-indische Autor wurde durch die Messerstiche schwer verletzt und musste notoperiert werden. Mittlerweile befindet sich der 75-Jährige auf dem Weg der Besserung. 

Die Motive des Anschlags sind weiterhin unklar. Nach Angaben von Matars Mutter hatte sich dieser während eines Besuchs im Libanon radikalisiert. Durch seine Reise in ihr Geburtsland habe sich ihr Sohn "sehr verändert", wurde die im US-Bundesstaat New Jersey lebende Silvana Fardos am Montag von der britischen Zeitung "Daily Mail" zitiert.

Matar selbst sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "New York Post", er habe  ein paar Seiten" von Rushdies Roman "Die Satanischen Verse" gelesen. "Ich mag die Person nicht. Ich glaube nicht, dass er ein sehr guter Mensch ist", sagte Matar. Rushdie sei jemand, der "den Islam angegriffen" habe. 

Wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohammed in "Die Satanischen Verse" hatte 1989 das damalige geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Khomeini, zur Ermordung des Schriftstellers aufgerufen. Matar sagte in dem Interview nicht, ob er von der Fatwa gegen Rushdie beeinflusst wurde. 

Der Schriftsteller hatte nach der Fatwa jahrelang unter strengem Polizeischutz an immer wieder wechselnden, geheimen Orten gelebt. Seit einiger Zeit führte Rushdie aber wieder ein relativ normales Leben und trat in der Öffentlichkeit auf.

AFP

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