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US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins unverändert gelassen und einen sehr behutsamen Zinskurs im weiteren Jahresverlauf signalisiert.

US-Notenbankchef Jerome Powell

US-Notenbankchef Jerome Powell

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins unverändert gelassen und einen sehr behutsamen Zinskurs im weiteren Jahresverlauf signalisiert. Die Argumente für weitere Anhebungen des Leitzinses hätten sich "abgeschwächt", sagte Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch in Washington. Die Fed wolle ihren weiteren Kurs "geduldig" abstecken.

Mit ihrer ersten Zinsentscheidung des Jahres beließ die US-Notenbank den Leitzins im Korridor zwischen 2,25 und 2,5 Prozent. Dies kam nicht überraschend. Die Fed hatte bereits im Dezember angekündigt, über das Gesamtjahr 2019 nur noch zwei Zinserhöhungsschritte anzupeilen - nach vier Anhebungen 2018. Die jetzigen Aussagen der Notenbank deuten darauf hin, dass möglicherweise sogar die zwei Zinserhöhungen in Frage gestellt sind.

Die von der Fed proklamierte "Geduld" wurde an den Märkten freudig begrüßt. In New York stieg der Leitindex Dow Jones direkt nach der Fed-Erklärung um 1,8 Prozent auf 25.021,58 Punkte an.

Powell begründete die Zurückhaltung der Notenbank unter anderem damit, dass das Risiko einer zu hohen Inflation gesunken sei. Er verwies dabei auf den jüngsten Rückgang der Ölpreise. Zinsanhebungen sind das Instrument der Notenbanken, um die Preissteigerung einzudämmen.

Die Fed kündigte aber auch an, sie wolle über ihren weiteren Kurs "im Licht der globalen wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen" entscheiden. Zwar sei ein weiterer Aufschwung der Wirtschaftsleistung und des Arbeitsmarkts in den USA "das wahrscheinlichste Ergebnis". Doch die Fed wolle "geduldig größere Klarheit" über Risikofaktoren wie den Brexit, den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie den andauernden US-Haushaltsstreit abwarten, erläuterte Powell.

Ein harter Brexit würde "Störungen" auch in der US-Wirtschaft auslösen, warnte der Notenbankchef bei einer Pressekonferenz: "Wir würden das spüren." Zum US-Haushaltsstreit sagte er, der am vergangenen Freitag beendete, fünfwöchige "shutdown" werde zwar keine langfristigen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben. Doch ein zweiter "shutdown" hätte nach seinen Worten einen "permanenten Effekt".

Die Ankündigungen der Fed dürften von US-Präsident Donald Trump mit Genugtuung aufgenommen werden. Er hatte die Notenbank im vergangenen Jahr wegen ihrer Zinserhöhungen mehrfach scharf attackiert. "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed", erklärte er Ende Dezember.

Die unverhohlene Kritik des Präsidenten an der Fed war höchst ungewöhnlich, da die Bank unabhängig vom Weißen Haus zu agieren hat. Powell hatte seinerseits die "Objektivität" und "Unabhängigkeit" der Notenbank unterstrichen. Powell ist seit Februar 2018 im Amt. Er war von Trump auf den Posten befördert worden.

AFP