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US-Rapper ASAP Rocky wieder auf freiem Fuß

Der in Schweden wegen Körperverletzung angeklagte US-Rapper ASAP Rocky ist vorerst wieder auf freiem Fuß.

Mayers Mutter Renee Black (M.) in Stockholm

Mayers Mutter Renee Black (M.) in Stockholm

Der in Schweden wegen Körperverletzung angeklagte US-Rapper ASAP Rocky ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Das Gericht in Stockholm ordnete am Freitag die Freilassung des 30-jährigen Musikers, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, aus der Untersuchungshaft an. Zuvor hatten Anklage und Verteidigung ihre Schlussplädoyers in dem international viel beachteten Prozess gehalten. Die Richter kündigten die Urteilsverkündung für den 14. August an.

Mayers' Anwalt Slobodan Jovicic forderte den Freispruch seines Mandanten. "Es ist meine Auffassung, dass es keine Grundlage dafür gibt zu glauben, dass die Beschreibung des Verbrechens auf meinen Mandanten zutrifft", sagte Jovicic.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine sechsmonatige Haftstrafe gefordert. "Ich verstehe nicht, dass etwas anderes als eine Gefängnisstrafe zur Diskussion steht", sagte Staatsanwalt Daniel Suneson. Der Angeklagte habe nicht wie behauptet "verängstigt" gewirkt, es habe vor seiner Tätlichkeit keinen Anlass für Notwehr gegeben.

Der 30-jährige US-Rapper war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt gewesen. Mayers und zwei seiner Begleiter mussten sich deshalb vor Gericht verantworten. Mayers wurde wenige Tage nach der Schlägerei festgenommen und saß seit dem 3. Juli in Untersuchungshaft, weil nach Ansicht des Gerichts Fluchtgefahr bestand.

Handy-Aufnahmen zeigen, wie der Rapper einen jungen Mann zu Boden schleudert und auf ihn einschlägt. Der New Yorker Musiker führte in dem Prozess jedoch ins Feld, er sei von dem Kläger belästigt und provoziert worden. Er veröffentlichte seinerseits Videoaufnahmen, die seine Schilderung untermauern sollten.

Am Freitag bot der US-Rapper an, im Falle einer Verurteilung gemeinnützige Arbeit zu leisten: "Ich habe bereits für wohltätige Zwecke gearbeitet, es würde mich nicht stören, etwas in dieser Art am Wochenende zu tun", sagte Mayers vor Gericht. "Sie wissen, wo ich lebe, Sie haben meine Kontaktdaten und die meines Anwalts."

Zum dritten und letzten Verhandlungstag war Mayers in einem dunklen Anzug erschienen, statt der grünen Gefängniskleidung, die er am Dienstag und Donnerstag getragen hatte. Fans versammelten sich vor dem Gericht, riefen "Free Rocky" und spielten Songs des Rappers.

Der Fall sorgte international für Aufsehen und für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. ASAP Rockys Fans, Kollegen aus der Musikszene und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für den Rapper ein. Trump ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin.

Zu dem Prozess in Stockholm reiste auch der Sondergesandte der US-Regierung, Robert C. O'Brian, an. Normalerweise berät der Anwalt mit Botschafterstatus die US-Regierung bei Geiselnahmen im Ausland.

AFP