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USA machen den Iran für Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich

Die US-Regierung hat den Iran für die Drohnenangriffe auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht.

Rauchsäule über der Öl-Anlage in Abkaik

Rauchsäule über der Öl-Anlage in Abkaik

Die US-Regierung hat den Iran für die Drohnenangriffe auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. "Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die globale Energieversorgung verübt", schrieb US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag im Onlinedienst Twitter. Teheran wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Zuvor hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen zu den Anschlägen bekannt. Die Angriffe führten zu einem Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

In den Anlagen des Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais im Osten des Landes waren nach den Angriffen am frühen Samstagmorgen Feuer ausgebrochen. "Um 04.00 Uhr (01.00 MESZ) griffen die Sicherheitsteams von Aramco ein, um Brände in zwei Einrichtungen zu löschen", hieß es aus dem saudiarabischen Innenministerium. Das Königreich ist der weltweit größte Öl-Exporteur.

Die Ölproduktion an den beiden Standorten musste vorübergehend eingestellt werden. Nach Angaben des saudiarabischen Energieministers, Prinz Abdulasis bin Salman, war die Hälfte der gesamten Produktion des Konzerns betroffen, geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Verletzt wurde nach Angaben des Innenministeriums in Riad niemand.

Am Standort Abkaik befindet sich die größte Ölaufbereitungsanlage von Aramco. Sie liegt rund 60 Kilometer südwestlich des Aramco-Hauptsitzes in der Stadt Dahran. In Churais liegt eines der Hauptölfelder des staatlichen Unternehmens, das sich auf seinen Börsengang vorbereitet. Dieser war ursprünglich für 2018 geplant, wurde aber aufgrund des Rückgangs der Rohölpreise auf dem Weltmarkt verschoben.

Zu den Anschlägen bekannten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen, die von Riads Erzfeind Iran unterstützt werden. In einer Erklärung des Huthi-Fernsehsenders al-Massirah wurde über "eine große Operation gegen Raffinerien in Abkaik und Churais" gesprochen.

US-Außenminister Pompeo erklärte hingegen, es gebe "keinen Beweis, dass die Angriffe aus dem Jemen kamen". Der Iran müsse für seine "Aggressionen zur Rechenschaft gezogen werden". Washington werde zusammen mit seinen Verbündeten dafür sorgen, dass die weltweite Energieversorgung sichergestellt sei.

Auch US-Präsident Donald Trump verurteilte die Angriffe und sagte dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in einem Telefonat seine Unterstützung zu. Der mächtige Thronfolger kündigte laut saudiarabischen Staatsmedien an, sein Land sei "willens und fähig", auf diese "terroristische Aggression" zu reagieren. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, zeigte sich "äußerst besorgt" über die Drohnenangriffe.

Der Iran wies die Anschuldigungen der USA am Sonntag entschieden zurück. Die Vorwürfe seien "unverständlich und unsinnig", erklärte das Außenministerium in Teheran. Sie zielten darauf, "künftige Aktionen" gegen den Iran zu rechtfertigen.

Die Huthi-Rebellen hatten in den vergangenen Monaten mehrere Raketen- und Drohnenangriffe auf das Nachbarland Saudi-Arabien verübt. Im August reklamierten die Huthis einen Angriff auf ein Ölfeld im Osten des Königreichs für sich.

Bereits Mitte Mai hatten die Rebellen nach eigenen Angaben zwei Ölpumpstationen in der Nähe von Riad mit Drohnen attackiert. Aramco setzte daraufhin aus Sicherheitsgründen vorübergehend den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline aus. Die Drohnen-Angriffe erfolgten zwei Tage nach Sabotageakten gegen zwei Öltanker aus Saudi-Arabien. Die Vorfälle verschärften die Spannungen in der Golfregion.

Die Huthis bezeichneten damals ihre Angriffe als Vergeltung für den von Riad angeführten Militäreinsatz im Jemen. Dort herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Die immer häufiger stattfindenden Angriffe der Huthi-Rebellen zeigen, dass sie über fortschrittliche Waffen verfügen und damit eine ernsthafte Bedrohung für Saudi-Arabien und seine Ölanlagen sind.

AFP