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USA raten von Reisen nach Bolivien ab und reduzieren Botschaftspersonal

Angesichts der auch nach dem Rücktritt von Präsident Evo Morales andauernden Gewalt in Bolivien raten die USA ihren Staatsbürgern von Reisen in das südamerikanische Land ab.

Sicherheitskräfte in La Paz

Sicherheitskräfte in La Paz

Angesichts der auch nach dem Rücktritt von Präsident Evo Morales andauernden Gewalt in Bolivien raten die USA ihren Staatsbürgern von Reisen in das südamerikanische Land ab. Zudem werde das Botschaftspersonal in La Paz reduziert, teilte das Außenministerium in der Nacht zum Mittwoch in Washington mit. Sowohl Familienangehörige der Diplomaten als auch nicht unbedingt notwendige Mitarbeiter der Botschaft seien angewiesen worden, angesichts der "politischen Instabilität" Bolivien zu verlassen.

"Reisen Sie wegen ziviler Unruhen nicht nach Bolivien", appellierte das Außenministerium an alle US-Bürger. "Die US-Regierung hat im Moment nur eingeschränkte Möglichkeiten, Staatsbürgern in Bolivien Nothilfe zu gewähren."

In dem südamerikanischen Land gibt es seit Wochen Demonstrationen und gewalttätige Auseinandersetzungen. Dabei starben seit Ende Oktober nach neuen Angaben der bolivianischen Behörden vom Dienstag sieben Menschen, vier von ihnen wurden erschossen.

Angesichts der Unruhen und wegen fehlenden Rückhalts in der Armee hatte der umstrittene Präsident Evo Morales am Sonntag seinen Rücktritt erklärt, er ist inzwischen im Exil in Mexiko. Zu seiner Übergangs-Nachfolgerin erklärte sich am Dienstag die Oppositionspolitikerin Jeanine Añez. Die bisherige zweite Vize-Präsidentin des Senats vollzog diesen Schritt, nachdem das Parlament zuvor nicht die für eine Wahl notwendige Beschlussfähigkeit erreicht hatte. Die Selbstproklamation zur Übergangspräsidentin wurde am Abend vom Verfassungsgericht gebilligt. Zur Begründung verwies das Gericht in einer Erklärung auf die Notwendigkeit des Funktionierens der Exekutive.

AFP