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USA stellen Beitragszahlungen an WHO ein

Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses
Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses
© © 2020 AFP
Die USA stoppen mitten in der Corona-Krise ihre Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die USA stoppen mitten in der Corona-Krise ihre Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Washington, er habe seine Regierung angewiesen die Zahlungen einzustellen, während "überprüft" werde, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Verschleierung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Schritt.

Trump warf der WHO vor, "viele falsche Informationen" zu den Übertragungswegen und der Sterblichkeit durch das Coronavirus verbreitet zu haben. "Hätte die WHO ihren Job gemacht und medizinische Experten nach China geschickt, um die Situation vor Ort objektiv zu beurteilen und (hätte sie) den chinesischen Mangel an Transparenz angeprangert, hätte der Ausbruch an seiner Quelle mit sehr wenigen Toten eingedämmt werden können", sagte Trump.

Der US-Präsident machte die WHO indirekt für den Tod tausender Menschen verantwortlich. Hätte die WHO anders gehandelt, hätte zudem ein "weltweiter wirtschaftlicher Schaden verhindert" werden können, sagte der US-Präsident weiter. Die WHO habe stattdessen jedoch die "Aktionen der chinesischen Regierung verteidigt".

Bereits vergangene Woche hatte Trump zu einem Rundumschlag gegen die WHO ausgeholt und mit einem Zahlungsstopp gedroht. Die Organisation werde zwar größtenteils von den USA finanziert, sei aber "China-zentrisch", kritisierte Trump.

Die USA sind der größte Beitragszahler der WHO. Im vergangenen Jahr flossen 400 Millionen Dollar US-Gelder in die internationale Organisation. Die USA würden nun beraten, "was mit all dem Geld, das in die WHO fließt", getan werden könne, sagte Trump.

UN-Generalsekretär Guterres verurteilte den Zahlungsstopp der USA. Jetzt sei "nicht die Zeit, um die Mittel für die Weltgesundheitsorganisation oder eine andere humanitäre Organisation im Kampf gegen das Virus" zu kürzen", erklärte er. In der Pandemie müsse die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten.

Kritiker Trumps sehen im Druck des Präsidenten auf die WHO einen Versuch, von seinen eigenen Versäumnissen in der Corona-Krise abzulenken. Trump wird vorgeworfen, die Virus-Gefahr lange kleingeredet zu haben. Wochenlang hatte er versichert, die Lage sei in den USA unter Kontrolle.

Inzwischen sind die USA das weltweite Zentrum der Corona-Pandemie. Am Dienstag meldete die Johns-Hopkins-Universität einen Rekordanstieg um mehr als 2200 Todesfällen binnen 24 Stunden. Landesweit starben damit inzwischen mehr als 25.700 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Mehr als 605.000 Menschen in den Vereinigten Staaten wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

Trotz der hohen Infektionszahlen hält Trump eine baldige Rückkehr zur Normalität in weiten Teilen der USA für möglich. Weniger dicht besiedelte US-Bundesstaaten könnten bereits "vor Ende des Monats" den Stillstand beenden, sagte Trump am Dienstag. Die Entscheidung darüber sei jedoch den Gouverneuren vorbehalten, betonte er.

Am Vortag hatte Trump mit der Behauptung, der US-Präsident besitze "absolute Machtbefugnisse", für Empörung bei den Gouverneuren gesorgt. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo warnte Trump vor einem "diktatorischen" Verhalten. Der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, erklärte: "Wenn man sieht, wie wir die Verantwortung hatten, den Bundesstaat dicht zu machen, haben wir vermutlich die Hauptverantwortung, ihn wieder zu öffnen."

Dies gestand Trump den Gouverneuren nun auch zu. Die USA würden "in schönen kleinen Stücken" wieder geöffnet, sagte er. "Unser Land muss sich öffnen, und es wird sich öffnen."

AFP

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