HOME

Vatikan: Abkommen mit China über Ernennung von Bischöfen erzielt

Der Vatikan hat nach eigenen Angaben den jahrzehntelangen Streit mit der Volksrepublik China über die Ernennung katholischer Bischöfe beigelegt.

Kirche in der zentralchinesischen Provinz Henan

Kirche in der zentralchinesischen Provinz Henan

Der Vatikan hat nach eigenen Angaben den jahrzehntelangen Streit mit der Volksrepublik China über die Ernennung katholischer Bischöfe beigelegt. Bei der unterzeichneten Vereinbarung handele sich "nicht um ein politisches, sondern um ein pastorales Abkommen", erklärte Vatikan-Sprecher Greg Burke am Samstag am Rande eines Besuchs von Papst Franziskus in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Peking hat bislang ohne Zustimmung des Vatikans katholische Würdenträger für eine nur vom chinesischen Staat anerkannte Kirche ernannt. Daneben gibt es noch eine inoffizielle vatikantreue Untergrundkirche. Die schätzungsweise zwölf Millionen chinesischen Katholiken sind in diese zwei Gruppen gespalten.

Angaben zu Details der Vereinbarung machte der Vatikan zunächst nicht. Das chinesische Außenministerium erklärte, in Peking sei ein "provisorisches"-Abkommen unterzeichnet worden, das auch eine Verbesserung der Beziehungen mit dem Vatikan vorsehe. Details wurden nicht genannt. China und der Vatikan unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Die kommunistische Führung in Peking hatte ein Abkommen bislang verweigert, da der Vatikan als einer von nur 17 Staaten weltweit Taiwan anerkennt. Peking betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz, die eines Tages wieder mit dem Festland vereinigt werden soll.

Der Vatikan hatte vor drei Jahren die lange ausgesetzten Verhandlungen mit Chinas kommunistischer Regierung wieder aufgenommen. Ein wichtiger Streitpunkt war die Frage, wer in dem ostasiatischen Land Bischöfe ernennen darf: China oder der Heilige Stuhl.

AFP

Das könnte sie auch interessieren