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Verbraucherschützer und Hessen fordern Alternative zur Riesterrente

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das schwarz-grün regierte Hessen fordern eine Alternative zu den Riester-Produkten für die private Altersvorsorge.

Ordner mit Aufschrift Rente - Riester Vertrag

Ordner mit Aufschrift Rente - Riester Vertrag

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das schwarz-grün regierte Hessen fordern eine Alternative zu den Riester-Produkten für die private Altersvorsorge. "Das Experiment, die zusätzliche Altersvorsorge in die Hände der Versicherungswirtschaft zu übergeben, ist gescheitert", erklärte vzbv-Chef Klaus Müller. Die Verbraucher litten unter "teuren, unübersichtlichen und ineffizienten Produkten". Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) verwies auf den Koalitionsvertrag: Dort sei ein Standardprodukt zur Altersvorsorge vereinbart. "Daraus müssen nun endlich Taten folgen."

vzbv und Hessen schlagen ein öffentlich-rechtlich organisiertes Standardprodukt vor. Das Geld der Verbraucher soll vor allem in Aktien angelegt werden.

Ein solches Produkt solle "ohne unnötige Kosten und Vermittlungsprovisionen" auskommen, leicht verständlich sein und durch langfristige Anlagen am Kapitalmarkt gute Renditen abwerfen, erklärte vzbv-Chef Müller am Freitag. Die Verbraucherschützer haben bereits ein Konzept erarbeitet, die Extrarente.

Auch Hessen legte bereits einen Vorschlag vor, die Deutschland-Rente. "Deutschland muss sich bei der zusätzlichen Altersvorsorge dringend neu aufstellen", erklärte Finanzminister Schäfer. Angesichts des demografischen Wandels stoße die gesetzliche Rente als alleinige Lebensstandardsicherung an ihre Grenzen. "Ohne eine ergänzende kapitalgedeckte Altersvorsorge wird es nicht gehen."

Die bisherigen Produkte seien aber "bislang kein Erfolgsmodell", kritisierte auch Schäfer. Die Komplexität des Themas, aber auch etwa intransparente und teure Altersvorsorgeprodukte seien dafür einige der Gründe.

Die Riesterrente gibt es seit 2002. Die staatlich geförderte Privatvorsorge soll das sinkende Niveau gesetzlicher Renten ausgleichen. Wer einen Teil seines Einkommens in eine Riester-Altersvorsorge investiert, erhält einen staatlichen Zuschuss oder muss weniger Steuern zahlen. Kritisiert werden die hohen Kosten und der Bürokratie-Aufwand.

AFP

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