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Verdi-Mitglieder stimmen mit großer Mehrheit für Tarifeinigung mit Ryanair

Mit großer Mehrheit haben die Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei Ryanair der Tarifeinigung von vergangener Woche zugestimmt.

Ryanair-Chef Michael O'Leary im September

Ryanair-Chef Michael O'Leary im September

Mit großer Mehrheit haben die Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei Ryanair der Tarifeinigung von vergangener Woche zugestimmt. Damit sei der Weg frei für den ersten Tarifvertrag für die rund tausend Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland, teilte Verdi am Dienstag mit. Er solle bis Ende November endgültig ausverhandelt sein und eine Laufzeit bis Ende März 2021 haben.

Verdi und Ryanair hatten sich am Donnerstag auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Es sieht rückwirkend ab November eine "deutliche Erhöhung" des Grundgehalts um 600 Euro vor, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten demnach 200 bis 250 Euro im Monat mehr. Die Airline muss den Flugbegleitern zudem mindestens 600 Arbeitsstunden im Jahr garantieren - 900 sind gesetzlich maximal erlaubt.

"Es ist ein großer Erfolg, dass für alle Beschäftigten, inklusive der Leiharbeitnehmer, eine sehr deutliche substanzielle Erhöhung ihrer Einkommen, vor allem durch die Erhöhung des garantierten Grundeinkommens, erreicht werden konnte", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Erstmals wurden demnach auch Abfindungsregelungen bei Versetzungen und Wiedereinstellungen vereinbart, wenn Standorte geschlossen oder verkleinert werden. Das gelte auch für die Beschäftigten von Ryanair in Bremen - hier machte Ryanair den Standort Anfang November zu.

Ein "ganz besonderer Erfolg der Verhandlungen" ist laut Verdi die Umstellung der Verträge auf deutsches Arbeits- und Sozialrecht. Damit bekommen die Beschäftigten unter anderem zukünftig Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und sie fallen unter den deutschen Kündigungsschutz.

Als "großen Wermutstropfen" bezeichnete Behle, dass Ryanair weiterhin keine Betriebsräte zulässt. Hier setze Verdi nun auf die Politik. Sie müsse eine Gesetzesänderung beschließen, um eine Betriebsratsgarantie auch im Luftraum einzuführen.

AFP

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