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Volksabstimmung über Umbenennung Mazedoniens hat begonnen

In Mazedonien hat am Sonntagmorgen die Volksabstimmung über einen neuen Landesnamen begonnen.

Plakate in Skopje werben für den neuen Namen

Plakate in Skopje werben für den neuen Namen

In Mazedonien hat am Sonntagmorgen die Volksabstimmung über einen neuen Landesnamen begonnen. Die Bürger des ehemaligen jugoslawischen Teilstaats sollen darüber entscheiden, ob ihr Land künftig Republik Nord-Mazedonien heißen soll. Hintergrund ist ein jahrzehntelanger Namensstreit zwischen den Nachbarländern Mazedonien und Griechenland. Beide Seiten hatten Mitte Juni ein Abkommen unterzeichnet und darin den neuen Namen für Mazedonien festgelegt.

Wegen des Namensstreits blockierte Athen bislang eine Aufnahme Mazedoniens in EU und Nato. Viele Griechen befürchten, der Nachbarstaat könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die nordgriechische Provinz Makedonien erheben. Thessaloniki liegt in dieser Provinz.

Sollte die Bevölkerung nun mehrheitlich der von Regierungschef Zoran Zaev mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ausgehandelten Einigung zustimmen, könnte dies den Weg des Landes in EU und Nato ebnen. Mehr als 900.000 Stimmen wurden allerdings gebraucht, um die Zielmarke von 50 Prozent für die Gültigkeit des Referendums zu überschreiten.

Zuletzt hatte Staatschef Gjorge Ivanov die geplante Umbenennung seines Landes vor der UN-Vollversammlung als "politischen Selbstmord" kritisiert. Er kündigte an, dass er nicht abstimmen werde, und er rief seine Landsleute auf, ihm bei dem Boykott zu folgen.

AFP