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Von der Leyen setzt auf fortgesetzte US-Führungsrolle beim Afghanistan-Einsatz

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht davon aus, dass die USA auch künftig ihre Führungsrolle beim internationalen Militäreinsatz in Afghanistan ausüben werden.

Von der Leyen wird von ihrem US-Kollegen Shanahan im Pentagon begrüßt

Von der Leyen wird von ihrem US-Kollegen Shanahan im Pentagon begrüßt

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht davon aus, dass die USA auch künftig ihre Führungsrolle beim internationalen Militäreinsatz in Afghanistan ausüben werden. Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe ihr versichert, dass die Vereinigten Staaten mit einem "substanziellen" Truppenumfang in dem Land präsent bleiben würden, sagte von der Leyen am Freitag nach einem Treffen mit ihrem US-Kollegen im Pentagon bei Washington.

Dies heiße, dass die US-Streitkräfte ihre bisherigen "Funktionen und Aufgaben" in dem Land am Hindukusch weiterhin wahrnehmen würden, betonte die Ministerin. Dies sei auch insofern wichtig, als damit auch die Bundeswehr und andere internationale Truppenverbände ihre bisherigen Aufgaben in Afghanistan weiterhin wahrnehmen könnten.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember zunächst den vollständigen Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt, später gab seine Regierung dann auch bekannt, dass etwa die Hälfte der rund 14.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abgezogen werden solle. Beide Ankündigungen sorgten bei Bündnispartnern für erhebliche Unruhe. Seither wurden die Ankündigungen von der US-Regierung aber relativiert.

Der frühere Verteidigungsminister Jim Mattis war nach Trumps Ankündigung zum Truppenabzug aus Syrien zurückgetreten. Wie mit ihm will von der Leyen sich nun auch mit seinem Nachfolger vierteljährlich zu strategischen Gesprächen treffen. Shanahan ist allerdings nur vorübergehend für den Ministerposten ernannt.

Von der Leyen sprach mit ihrem US-Kollegen auch über die Bemühungen des US-Gesandten für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, einen Friedensvertrag unter Einschluss der Taliban zu erreichen. Dies sei ein "vielschichtiger" und "komplizierter" Prozess, der lange dauern werde, sagte sie. Doch gingen diese Bemühungen "in die richtige Richtung". Denn auf Dauer könne es nur dann eine Lösung für Afghanistan geben, wenn alle politischen Gruppen einbezogen würden.

AFP