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Wagenknechts Sammlungsbewegung hat bereits über 100.000 Unterstützer

Die von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gestartete Sammlungsbewegung "Aufstehen" verfügt bereits über mehr als 100.000 Unterstützer.

Sahra Wagenknecht stellt Sammlungsbewegung "Aufstehen" vor

Sahra Wagenknecht stellt Sammlungsbewegung "Aufstehen" vor

Die von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gestartete Sammlungsbewegung "Aufstehen" verfügt bereits über mehr als 100.000 Unterstützer. "Das Echo war überwältigend", sagte Wagenknecht zum offiziellen Start ihrer Initiative am Dienstag in Berlin. Bislang hätten sich über 101.000 Menschen als Unterstützer angemeldet.

Zur Begründung ihrer neuen Sammlungsbewegung sagte Wagenknecht, in Deutschland würden das Klima rauer und die soziale Spaltung tiefer. "Was wir in Deutschland erleben, ist eine handfeste Krise der Demokratie." Die vielfach empfundene Ohnmacht führe zu einer Wut, die der Nährboden für Hass und Intoleranz sei. "Wenn da nicht gegengesteuert wird, wird dieses Land in fünf Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein."

Die Bewegung "Aufstehen" versteht sich nicht als neue Partei, sondern als Bündnis, das neue Mehrheiten in Deutschland erreichen will. "Ich möchte nicht auf Dauer Oppositionspolitik machen", sagte Wagenknecht. Sie äußerte die Hoffnung, dass sich trotz der parteiintenen Kritik an ihrer Initiative auch Anhänger der Linken anschließen werden. Es habe sich in der Partei "ein Umdenken vollzogen". Viele sähen inzwischen, dass die Initiative die Anliegen der Partei unterstütze.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD), die zu den Unterstützern von "Aufstehen" gehört, rief die Anhänger der Parteien auf, an einem Strang zu ziehen. "Lasst und das Verbindende, was wir miteinander haben, suchen", sagte sie auf der Pressekonferenz. Sie beklagte, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr für Politik interessierten. Die Zahl derer, die sich "abmelden", werde größer und größer, sagte Lange.

Der frühere Grünen-Vorsitzende Ludger Volmer äußerte die Erwartung, dass mit der Initiative ein linkes Gegengewicht zu rechten Parteien geschaffen werde. Seine eigene Partei habe sich vom Pazifismus und sozialer Orientierung verabschiedet. "Die Grünen sind die Funktionspartei der Mitte." Viele hofften, dass sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) retten könnten.

AFP

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