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Waldbrände in Griechenland weitgehend unter Kontrolle - Aber keine Entwarnung

Waldbrand auf griechischer Insel Euböa
Waldbrand auf griechischer Insel Euböa
© © 2021 AFP
Im Kampf gegen die gewaltigen Waldbrände im Mittelmeerraum sind in mehreren Ländern Fortschritte erzielt worden, doch bleibt die Lage in vielen Gebieten äußerst angespannt.

Im Kampf gegen die gewaltigen Waldbrände im Mittelmeerraum sind in mehreren Ländern Fortschritte erzielt worden, doch bleibt die Lage in vielen Gebieten äußerst angespannt. Die größten Erfolge bei der Eindämmung der Flammenmeere wurden bis Freitag in Griechenland erzielt: Dort brachte die Feuerwehr alle großen Brände weitgehend unter Kontrolle. Auch in Spanien wurde der größte Waldbrand eingedämmt, in Italien hingegen nahm die Zahl der Waldbrände weiter zu.

Experten sehen in den extremen Temperaturen, welche die Riesenbrände begünstigen, eine Folge der globalen Klimaerwärmung. In Griechenland kamen zuletzt Regenfälle sowie sinkende Temperaturen den Einsatzkräften in ihrem seit rund zwei Wochen andauernden Kampf gegen die Flammen zur Hilfe.

Seit Donnerstag gebe es "keine große aktive Front" mehr, nur noch vereinzelte Flammenherde, sagte ein Feuerwehrsprecher in Griechenland. Er warnte jedoch, für das Wochenende vorhergesagter starker Wind könnte die Flammen wieder anfachen. Die Feuerwehr blieb deshalb in Alarmbereitschaft.

Durch die Feuer kamen in Griechenland mindestens drei Menschen ums Leben, hunderte verloren ihr Zuhause. Mehr als 100.000 Hektar Land wurden vernichtet. Die Großbrände in Griechenland hatten vor allem auf der Insel Euböa und im Bezirk Arkadien auf der Halbinsel Peloponnes gewütet.

Hunderte Feuerwehrleute und Anwohner hatten in Griechenland gegen die Flammen gekämpft, wobei sie von Feuerwehrkräften aus zahlreichen europäischen Ländern unterstützt wurden. Zivilschutzsprecher Spyros Georgiou kündigte am Freitag an, die ausländischen Helfer würden die einheimischen Kräfte auch bei der weiteren Überwachung der Brandgebiete unterstützen.

Drei französische Löschflugzeuge wurden allerdings von Griechenland nach Sizilien verlegt. Auf der süditalienischen Insel sowie in anderen Regionen des Landes kämpfte die Feuerwehr gegen insgesamt mehr als 500 Brände an. Mindestens vier Menschen kamen nach Angaben italienischer Medien durch die Flammen ums Leben.

Am Mittwoch war auf Sizilien mit 48,8 Grad ein neuer italienischer Temperaturrekord gemessen worden. Dieser Messwert muss allerdings noch von den Behörden überprüft werden. Die italienischen Großbrände wüten vor allem im Süden des Landes. Allerdings brach inzwischen auch ein Großbrand in einem Naturschutzgebiet nahe der Stadt Tivoli im Landeszentrum aus. Tivoli liegt rund 30 Kilometer östlich von Rom.

In Spanien gelang es unterdessen der Feuerwehr, den größten Waldbrand einzudämmen. Das am Donnerstag ausgebrochene Feuer in der katalanischen Provinz Tarragona sei nach dem Einsatz von rund hundert Feuerwehrleuten unter Kontrolle, teilte die regionale Feuerwehr mit. Das Feuer zerstörte den Angaben zufolge 75 Hektar eines unter Naturschutz stehenden Waldgebiets.

In der nordwestspanischen Region Galicien ging unterdessen der Kampf gegen einen großen Waldbrand weiter. Nach Angaben der dortigen Regionalregierung vernichtete dieses Feuer seit Donnerstagabend rund 200 Hektar Fläche. In anderen Teilen Spaniens herrschte weiterhin akute Gefahr des Ausbruchs neuer Waldbrände. Ähnlich angespannt war die Lage in Portugal. Dort gab die Regierung für 14 der 18 Landesregionen akute Warnungen vor Großbränden aus.

Südlich des Mittelmeeres konnten die Einsatzkräfte in Algerien die seit Anfang der Woche wütenden Waldbrände weitgehend unter Kontrolle bringen. Vor allem die Brände im Bezirk Tizi Ouzou seien fast alle gelöscht, teilte der Zivilschutz mit. Damit seien nun 76 der rund hundert am Vortag registrierten Feuer gelöscht. Durch die Waldbrände kamen in Algerien mindestens 71 Menschen ums Leben. Auch im Nachbarland Tunesien wüteten dutzende Waldbände.

In der Türkei wiederum sind zwar die Großbrände eingedämmt, doch wurde die dortige Schwarzmeer-Region von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Dabei kamen nach Angaben der Behörden bis Freitag mindestens 31 Menschen ums Leben.

AFP

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