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Wehrbeauftragter fordert schnellere Materialbeschaffung bei Bundeswehr

Wehrbeauftragter mit Werhrbericht
Wehrbeauftragter mit Werhrbericht
© © 2020 AFP
Der Mangel an Personal und einsetzbarer Ausrüstung stellt nach Einschätzung des Wehrbeauftragten des Bundestags die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr in Frage.

Der Mangel an Personal und einsetzbarer Ausrüstung stellt nach Einschätzung des Wehrbeauftragten des Bundestags die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr in Frage. Es gebe bei der Bundeswehr "zu wenig Material, zu wenig Personal, zu viel Bürokratie", sagte Hans-Peter Bartels (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung seiner jährlichen Wehrberichts. Bartels forderte, die Beschaffung von Material radikal zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Bei der Beschaffung einfache Ausrüstungsgegenstände wie Stiefel, Westen oder Helme müsse die Bundeswehr nach dem "Ikea-Prinzip" verfahren: "Aussuchen, bezahlen und mitnehmen", sagte Bartels. Die Truppe setze immer noch zu sehr auf maßgeschneiderte Lösungen - "und dann dauert ein Rucksack eben Jahre". Das Beschaffungswesen der Bundeswehr sei "teilweise dysfunktional".

Bartels berichtete davon, dass sich viele Soldaten mit eigenem Geld moderne Ausrüstung kauften, weil sie mit dem Standardmaterial nicht zufrieden seien. "Fast alle Soldaten kaufen Dinge selbst", sagte der Wehrbeauftragte. Er berichtete von einem Panzergrenadier, der dafür 3000 Euro aus eigener Tasche ausgab.

In seinem Wehrbericht schreibt Bartels zudem, dass "mehr als 20.000 Dienstposten oberhalb der Mannschaftsebene nicht besetzt" seien. Die Zahl der jährlichen Neueinstellungen von Soldaten sei "auf einem Allzeittief", kritisierte er.

Auf die Frage, wie lange die Bundeswehr in ihrem derzeitigen Zustand einem Angriff standhalten könnte, entgegnete Bartels: "Die Bundeswehr als Ganzes wäre heute nicht aufgestellt oder gerüstet für kollektive Verteidigung."

AFP

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