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Wirtschaftskonferenz in Riad begonnen

Überschattet vom gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi und der Absage zahlreicher westlicher Unternehmenschefs hat am Dienstag in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad die Investorenkonferenz

Investorenkonferenz in Riad

Investorenkonferenz in Riad

Überschattet vom gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi und der Absage zahlreicher westlicher Unternehmenschefs hat am Dienstag in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad die Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII) begonnen. Dutzende Unternehmer, Politiker und Medienkonzerne waren im Vorfeld auf Distanz gegangen. Am Montag hatte nach wachsendem Druck der Öffentlichkeit auch Siemens-Chef Joe Kaeser seine Teilnahme an der bis Donnerstag dauernden Konferenz abgesagt.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman wollte bei dem Treffen, das in Anspielung auf den berühmten Wirtschaftsgipfel in den Schweizer Alpen "Davos in der Wüste" genannt wird, ein ehrgeiziges wirtschaftliches Reformprogramm präsentieren und um Investitionen werben. Abgesagt hatten nach dem Tod Khashoggis neben Medien wie CNN, Bloomberg, "The Economist" und der "Financial Times" aber unter anderem auch die Großbank JP Morgan, der Autohersteller Ford, der Fahrdienstanbieter Uber und die Deutsche Bank. Auch westliche Wirtschafts- und Finanzminister annulierten ihre Teilnahme.

Am Dienstag begann die Konferenz unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen im Hotel Ritz-Carlton. Geplant waren unter anderem Reden von Kirill Dmitrijew, Leiter des russischen Fonds für Direktinvestitionen, und Patrick Pouyanné, Chef des französischen Energieriesen Total. Ob Kronprinz Bin Salman sich zu Wort melden würde, war am Dienstag zunächst unklar.

Der saudiarabische Journalist Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul getötet worden. Die saudiarabische Darstellung, wonach der Regierungskritiker bei einer "Schlägerei" getötet wurde, stieß international auf große Skepsis. Riad hatte zunächst versichert, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe. Am Dienstag will sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu dem Fall äußern.

AFP

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