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Wirtschaftsweise Schnitzer lehnt Kaufprämien für alle Neuwagen ab

Elektroautoproduktion bei Volkswagen in Zwickau
Elektroautoproduktion bei Volkswagen in Zwickau
© © 2020 AFP
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer lehnt staatliche Kaufprämien für alle Neuwagen ab.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer lehnt staatliche Kaufprämien für alle Neuwagen ab. "Das ist purer Lobbyismus, genauso wie die Forderung, nun Abstriche bei Umweltauflagen zu machen", sagte die Münchner Wirtschaftwissenschaftlerin der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) im Vorfeld des Autogipfels der Bundesregierung am Dienstag. Durch solche mit der Corona-Krise begründeten Kaufanreize würden "Käufe vorgezogen, die in den Folgejahren fehlen".

Außerdem würden die Prämien auch genutzt, um ausländische Automobilmarken zu kaufen, gab Schnitzer zu bedenken. So sei es "zumindest beim letzten Abwrackprogramm in der Finanzkrise" gewesen.

Gerade die Autoindustrie hat aus Sicht der Wirtschaftswissenschaftlerin lange "wichtige Trends wie die E-Mobilität und die Wasserstofftechnologie verschlafen". Da könne die Corona-Pandemie keine Ausrede sein, um das alte Geschäftsmodell auf viele weitere Jahre zu zementieren, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Schnitzer kann sich aber grundsätzlich Hilfen für die Autoindustrie vorstellen. "Eine Kombination von Kaufprämien zum Beispiel für Elektro-Autos, verbunden mit Investitionen in Ladeinfrastrukturen könnte schon sinnvoll sein", sagte sie der "Rheinischen Post".

Zugleich warnte sie vor einer Überlastung der künftigen Generationen durch staatliche Corona-Hilfsprogramme. "Die Verschuldung wird durch die Corona-Krise steigen, und wir müssen verhindern, dass sie allein den künftigen Generationen aufgebürdet wird", sagte sie. Die künftigen Generationen seien ohnehin schon durch die Folgen des Klimawandels und durch den demographischen Wandel belastet. "Wir können sie nicht auch noch mit den Corona-Schulden alleine lassen", sagte die Ökonomin.

AFP

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