HOME

Zahl der Aktionäre ist in Deutschland das vierte Jahr in Folge gestiegen

Die Zahl der Aktionäre ist in Deutschland das vierte Jahr in Folge gestiegen.

Aktien auf Anzeigetafel der Deutschen Börse

Aktien auf Anzeigetafel der Deutschen Börse

Die Zahl der Aktionäre ist in Deutschland das vierte Jahr in Folge gestiegen. Wie das Deutschen Aktieninstitut am Mittwoch mitteilte, besaßen im vergangenen Jahr rund 10,3 Millionen Bürger über 14 Jahre Aktien oder Aktienfonds. "Rund jeder sechste Bundesbürger war 2018 in der einen oder anderen Form in Aktien investiert", erklärte Institutschefin Christine Bortenlänger. "Damit erreicht die Zahl der Aktienbesitzer den höchsten Wert seit 2007."

2017 lag die Zahl der Aktienbesitzer noch bei knapp 10,1 Millionen. Der absolute Höchststand der vergangenen Jahrzehnte war zur Zeit der sogenannten Dotcom-Blase 2001 mit 12,9 Millionen.

Vergangenes Jahr waren Aktienfonds im Trend. Die Zahl der Fondsbesitzer stieg um 617.000 auf 7,8 Millionen. Bei der Direktanlage in Einzelaktien ist dagegen ein Minus von 373.000 auf 4,5 Millionen Aktionären zu verzeichnen.

"Zuversichtlich für die nächsten Jahre stimmt, dass der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre alle Bevölkerungsgruppen erfasst hat und auch die jüngeren Jahrgänge stärker an Aktien interessiert sind", erklärte Bortenlänger.

Die größte Affinität zu Aktien besitzen aktuell die Altersgruppen der 40 bis 49-Jährigen und der 50 bis 59-Jährigen mit jeweils 20,5 Prozent beziehungsweise 18,8 Prozent der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Dahinter kommen die Menschen ab 60 Jahre mit 17,6 Prozent. 14 bis 39-Jährige kommen hingegen nur auf 11,1 Prozent.

"Jüngere Menschen haben zu Anfang ihres Berufslebens in der Regel weniger Einkommen und geringeren finanziellen Spielraum", schreibt das Aktieninstitut in seiner Studie. "Sie verfolgen tendenziell kurzfristigere Sparziele und sind deswegen weniger in Aktien investiert."

Unterschiede gibt es auch in den Regionen. So besitzen 17,1 Prozent der Westdeutschen Aktien, während es in Ostdeutschland nur 12,3 Prozent sind. Das West-Ost-Gefälle ist laut Institut zum Großteil auf die Unterschiede in der Wirtschaftskraft und den daraus resultierenden Einkommensunterschieden zurückzuführen. So gilt: Je reicher Menschen sind, desto mehr Aktien besitzen sie. Bei Bürgern mit einem Einkommen von mehr als 4000 Euro netto im Monat besitzt fast jeder Dritte Unternehmensanteile oder Fonds, bei einem Einkommen unter 2.000 Euro nur noch sechs Prozent.

Die Angaben basieren auf einer Umfrage der Marktforscher von Kantar TNS. Diese befragen jährlich etwa 28.000 Anleger im Alter von mindestens 14 Jahren nach ihrem Anlageverhalten.

AFP