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Zahl der Ertrunkenen in deutschen Gewässern 2018 auf 504 gestiegen

Mindestens 504 Menschen sind 2018 in Deutschland ertrunken - fast 20 Prozent mehr im Vorjahr.

DLRG-Rettungsschwimmer im Beobachtungseinsatz

DLRG-Rettungsschwimmer im Beobachtungseinsatz

Mindestens 504 Menschen sind 2018 in Deutschland ertrunken - fast 20 Prozent mehr im Vorjahr. Allein 435 Männer und Frauen kamen an ungesicherten Badestellen in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ums Leben, wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Als eine Ursache für die deutlich gestiegene Zahl der Badetoten gilt demnach der lange Sommer im vergangenen Jahr.

Binnengewässer führten noch immer die Statistik an, "denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht", erklärte DLRG-Präsident Achim Haag. "Das Risiko, zu ertrinken, ist hier deutlich höher." Ein schlichtes Badeverbotsschild halte die wenigsten davon ab, ins Wasser zu gehen.

Vor den Küsten von Nord- und Ostsee ertranken im vergangenen Jahr 25 Menschen, davon allein 21 in der Ostsee. Während damit die Zahl der Ertrunkenen an den deutschen Meeresküsten leicht sank, wurde bei Todesfällen in Schwimmbädern ein Anstieg von zwölf auf 29 verzeichnet. Wie in den Vorjahren ereigneten sich die meisten Fälle von Ertrinken in Bayern (89), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (63), Baden-Württemberg (62) und Niedersachsen (61).

Der DLRG-Präsident Haag brachte die aktuellen Ertrunkenenzahlen auch in Zusammenhang mit der "zurückgehenden Schwimmfähigkeit und den anhaltenden Bäderschließungen in Deutschland". Schwimmbäder würden zunehmend geschlossen oder in Spaßbäder umgebaut, in denen an Schwimmausbildung nicht mehr zu denken sei. In der Folge würden Wartezeiten für Schwimmkurse länger.

"Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren - Schließungen gehen zu Lasten der Wassersicherheit der Bevölkerung und bezahlbarer sozialer Angebote", mahnte Haag. Die möglichen Folgen sind laut DLRG schon jetzt absehbar: So seien rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer.

AFP