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Zahl der protestierenden "Gelbwesten" sinkt auf Tiefststand

Die Zahl der Teilnehmer an den "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich ist an diesem Wochenende auf ihren bislang tiefsten Stand gesunken.

"Gelbwesten" in Marseille

"Gelbwesten" in Marseille

Die Zahl der Teilnehmer an den "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich ist an diesem Wochenende auf ihren bislang tiefsten Stand gesunken. Nach Angaben des Innenministeriums mobilisierte die Bewegung am Samstag landesweit nur noch 28.600 Menschen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Proteste vor vier Monaten. Am vergangenen Wochenende hatten noch 39.300 Menschen an Protesten gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron teilgenommen.

Die Zahl der protestierenden "Gelbwesten" hatte sich bereits in den vergangenen Wochen kontinuierlich reduziert. Am kommenden Wochenende wollen die Veranstalter auf ein neues Konzept setzen: Anstelle einzelner Proteste im ganzen Land soll es dann eine zentrale Demonstration in Paris geben.

Die Veranstalter kritisieren die offiziellen Angaben zu den Teilnehmerzahlen stets als zu niedrig. Die Mobilisierung am Samstag stand aber in deutlichem Kontrast zu den fast 300.000 Menschen, die am ersten Protestmarsch im November teilgenommen hatten.

"Es ist normal, dass die Teilnehmerzahlen niedriger sind", sagte André, ein Rentner, der an der "Gelbwesten"-Demonstration in Bordeaux teilnahm, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Es regnet, das Wetter ist schlecht, Menschen haben das Recht, mit ihrer Familie zuhause zu bleiben." Dennoch gehe der Protest weiter.

Wie an den vorangegangenen Wochenenden kam es auch diesmal wieder zu einzelnen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Nach einem zunächst weitgehend ruhigen Verlauf setzten die Sicherheitskräfte in Paris am Samstagabend Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem sie aus der Menge mit Gegenständen beworfen worden waren. 19 Menschen wurden nach Polizeiangaben in der Hauptstadt verhaftet, weitere 14 in Montpellier und zwölf in Caen.

Auch in Nantes gerieten Polizei und Demonstranten aneinander. Ruhig blieb es nach Augenzeugenberichten von AFP-Journalisten dagegen bei den Protesten in einer ganze Reihe anderer französischer Städte, darunter Lyon, Marseille, Rouen, Dijon, Lille und Straßburg.

Der März gilt als Schlüsselmonat für die Bewegung, die seit November jede Woche auf die Straße geht. Die "Gelbwesten" setzen ihre Hoffnung insbesondere auf den 16. März. Am Tag zuvor endet die von Präsident Macron als Reaktion auf die Proteste eingeleitete "große Debatte" in Frankreich. Im Zuge des zweimonatigen Bürgerdialogs gab es landesweit 10.000 Treffen und mehr als eine Million Beiträge im Internet.

Auslöser für die Bewegung der "Gelbwesten" waren ursprünglich die Pläne der französischen Regierung für eine Erhöhung der Benzinsteuer gewesen. Inzwischen richtet sich ihr Protest aber gegen eine ganze Reihe politischer Projekte. In Paris demonstrierten sie beispielsweise am Samstag mit einem Flashmob am Flughafen Charles de Gaulle gegen die geplante Privatisierung des Flughafenbetreibers Aéroports de Paris.

AFP
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