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Zahl der Todesopfer durch Unwetter im Südosten Spaniens auf fünf gestiegen

Die Opferbilanz der schweren Regenfälle und Überschwemmungen im Südosten Spaniens ist auf fünf Tote gestiegen.

Einwohner von Almorandi tragen Kinder durch überfluteten Ort

Einwohner von Almorandi tragen Kinder durch überfluteten Ort

Die Opferbilanz der schweren Regenfälle und Überschwemmungen im Südosten Spaniens ist auf fünf Tote gestiegen. Wie Rettungskräfte mitteilten, wurden am Freitag an verschiedenen Orten in Andalusien und der Region Valencia drei weitere Todesopfer entdeckt. Bereits am Donnerstag waren die Leichen eines 61-jährigen Manns und seiner 51-jährigen Schwester in ihrem von Wasserfluten fortgerissenen Auto entdeckt worden. Wegen der Unwetter mussten gut 3500 Menschen ihre Häuser verlassen.

In der Gegend von Redován, einer Ortschaft in der Region Valencia rund 50 Kilometer südwestlich der Stadt Alicante, wurde die Leiche eines Mannes gefunden, wie eine Sprecherin der Rettungsdienste am Freitag mitteilte. Details zu Todesumständen und Identität des Opfers nannte sie nicht.

Zuvor war zwischen den andalusischen Ortschaften La Jamula und Salazar die Leiche eines 36-jährigen Mannes entdeckt worden. Ein Sprecher der Rettungskräfte führte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aus, zunächst sei das verlassene Auto des Mannes geortet worden und später von einem Hubschrauber aus die Leiche des bereits vermisst gemeldeten Mannes.

Aus der andalusischen Stadt Almería meldeten Rettungskräfte am Freitagmorgen, dass ein Mann "mittleren Alters" ertrunken sei. Er war demnach in einem Auto unterwegs gewesen und in einem Tunnel von Wassermassen eingeschlossenen worden. Der Tunnel wurde nach Angaben der Stadtverwaltung "innerhalb weniger Minuten von immensen Wassermassen geflutet".

In dem von den Fluten eingeschlossenen Auto hätten insgesamt drei Menschen gesessen, sagte Almerías Bürgermeister Ramón Fernández-Pacheco dem spanischen Radiosender Cadena Ser. Ein Polizist habe zwei von ihnen aus dem Fahrzeug retten können, der dritte Insasse ertrank. Die zwei Todesfälle vom Donnerstag hatten sich in dem Dorf Caudete in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha ereignet.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach vor Journalisten von einer "ernsten Lage", rund 3000 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Armee seien in den Katastrophengebieten. Mehr als 3500 Menschen mussten wegen der Unwetter und Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Grande-Marlaska reiste nach Orihuela, rund fünf Kilometer südlich von Redován, um sich auf einem Hubschrauberflug ein Bild von den Schäden zu machen.

74 Straßen seien am Freitag wegen Hochwassers gesperrt gewesen, führte das Innenministerium aus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Rettungskräfte auf Jet-Skis durch einen überschwemmten Autobahntunnel fuhren. In Redován wateten Einwohner durch kniehohes Wasser.

Der Flughafen der südspanischen Stadt Murcia blieb am Freitag geschlossen. 22 Flüge nach Palma de Mallorca wurden umgeleitet, wie die Flughafenbetreibergesellschaft Aena mitteilte. Der Regionalflughafen von Almería war mehrere Stunden lang geschlossen. Zwei Flüge mussten gestrichen und zwei weitere umgeleitet werden. Auch einige Zugverbindungen fielen aus.

Der Südosten Spaniens wird seit Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht, vielerorts gab es Überschwemmungen. Nach Angaben von Meteorologen erlebten einige Orte der Region die schlimmsten Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1917. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen, allein in der Region Valencia waren rund 690.000 Schüler betroffen.

AFP