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Zehntausende demonstrieren in Verona gegen erzkonservative Organisation

Zehntausende Menschen haben im norditalienischen Verona gegen eine Konferenz der US-Organisation World Congress of Families demonstriert, die Homosexualität und Abtreibungen strikt ablehnt.

Demonstration in Verona

Demonstration in Verona

Zehntausende Menschen haben im norditalienischen Verona gegen eine Konferenz der US-Organisation World Congress of Families demonstriert, die Homosexualität und Abtreibungen strikt ablehnt. An dem bunten Protestzug durch das Zentrum von Verona beteiligten sich auch Aktivisten aus Deutschland sowie Großbritannien, der Schweiz, Polen und Kroatien.

Die Demonstranten sangen die Widerstandshymne "Bella Ciao" und hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie "Über unsere Körper und unsere Begierden entscheiden wir selbst". Örtliche Medien sprachen von 20.000 bis 30.000 Teilnehmern, die Organisatoren gingen von nahezu 100.000 Demonstranten aus.

Die dreitägige Konferenz des World Congress of Families hatte am Freitag begonnen. Dabei wurden den Teilnehmern Gumminachbildungen eines zehn Wochen alten Fötus überreicht mit der Botschaft "Abtreibung stoppt ein schlagendes Herz".

Außerdem formulierte bei dem Treffen ein Ausschuss die Forderung nach einem Referendum zur Änderung des italienischen Abtreibungsgesetzes. In Italien besteht seit 1978 die Möglichkeit einer legalen Abtreibung.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei war am Samstag Hauptredner bei dem Kongress. Der Chef der mit der Lega koalierenden Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, verurteilte die Wertvorstellungen des World Congress of Families hingegen. Sie gehörten größtenteils "ins Mittelalter", erklärte er.

Der World Congress of Families war 1997 gegründet worden, seit 2012 hält er alljährlich eine Konferenz ab. Laut ihrer Website verfolgt die Organisation das Ziel, "die natürliche Familie als einzige grundlegende und dauerhafte Einheit der Gesellschaft zu bestätigen, feiern und verteidigen".

AFP

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