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Zehntausende im Baskenland demonstrieren für Verlegung von ETA-Häftlingen

Im Baskenland haben erneut zehntausende Demonstranten die Verlegung der über ganz Spanien verteilten ETA-Häftlinge in Gefängnisse nahe ihrer Heimat gefordert.

Demonstranten in Bilbao

Demonstranten in Bilbao

Im Baskenland haben erneut zehntausende Demonstranten die Verlegung der über ganz Spanien verteilten ETA-Häftlinge in Gefängnisse nahe ihrer Heimat gefordert. Im nordspanischen Bilbao beteiligten sich am Samstag nach Angaben der Veranstalter rund 76.000 Menschen an einer Demonstration für die inhaftierten früheren Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation. In Bayonne im französischen Teil des Baskenlandes fand eine Kundgebung mit rund 9000 Teilnehmern statt.

Auch Forderungen nach einer Amnestie für die ETA-Häftlinge wurden bei den Protesten laut. Im Oktober hatten in San Sebastián zehntausende für die Häftlinge demonstriert.

Unter der früheren konservativen spanischen Regierung hatte die Linie gegolten, ETA-Häftlinge weit vom Baskenland entfernt zu inhaftieren. Das macht es ihren Angehörigen schwer, sie zu besuchen.

Der seit Juni amtierende sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez hat zugesagt, diese Praxis zu beenden. Wie eine Sprecherin der spanischen Strafvollzugsbehörde der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden bislang 19 Verfahren zur Verlegung von ETA-Häftlingen eingeleitet. Konservative Spanier sowie Angehörige von ETA-Opfern lehnen eine Verlegung der ETA-Häftlinge in ihre Heimat allerdings strikt ab.

Derzeit sind 265 frühere ETA-Mitglieder in Haft, davon 46 in Frankreich und einer in Portugal. Die 1959 gegründete ETA hatte seit Ende der 60er Jahre mit Anschlägen und Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich gekämpft. Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe wird für den Tod von 853 Menschen verantwortlich gemacht.

2011 verkündete die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab, im Mai 2018 erklärte sie ihre endgültige Auflösung.

AFP
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