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Zwei NDR-Journalisten in Griechenland wieder frei

Zwei deutsche NDR-Journalisten, die in Griechenland im Grenzgebiet zur Türkei festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß.

Kaputtes Flüchtingsboot am Evros

Kaputtes Flüchtingsboot am Evros

Zwei deutsche NDR-Journalisten, die in Griechenland im Grenzgebiet zur Türkei festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Ein Gericht in der nordgriechischen Stadt Orestiada folgte einem Antrag der Verteidigung und sprach sie am Samstag vom Vorwurf des illegalen Betretens einer Sperrzone frei. Die beiden Reporter hatten laut NDR in der Region zur Situation von Flüchtlingen recherchiert und dabei "versehentlich militärisches Sperrgebiet betreten".

Die Richterin befand die beiden für unschuldig und entließ sie ohne weitere Auflagen, wie der NDR mitteilte. Sie erkannte demnach an, dass das Grenzgebiet nicht ausreichend gekennzeichnet und eine entsprechende Beschilderung nicht genügend erkennbar gewesen sei. Die beiden Journalisten hätten glaubhaft erklären können, während der Arbeit für ihre Reportage nicht gewusst zu haben, bereits in einem verbotenen Bereich gewesen zu sein. Sie verließen den Angaben zufolge den Polizeigewahrsam und waren wohlauf.

Die griechische Polizei hatte die Festnahmen am Freitagabend bekanntgegeben. Die Journalisten - Medienberichten zufolge ein 33-jährige Frau und ihr 31-jähriger Kollege - wurden dem NDR zufolge nahe der Stadt Didyomteicho am Fluss Evros festgenommen. Sie arbeiteten für das von "Panorama" produzierte neue Rechercheformat "STRG_F" auf dem Funk-YouTube-Kanal.

"Nach Informationen der deutschen Botschaft in Athen und Behörden vor Ort kommt es häufiger zu diesen Zwischenfällen", erklärte der NDR. "Offenbar ist das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verlaufen."

Flüchtlinge versuchen seit Jahren über den Grenzfluss Evros nach Griechenland zu gelangen, um von dort weiter nach Mittel- und Nordeuropa zu reisen. Dabei ertrinken immer wieder Menschen im Fluss, erfrieren oder werden durch Minen getötet. Zuletzt wurde griechischen Sicherheitskräften vorgeworfen, Flüchtlinge illegal auf türkisches Staatsgebiet zurückzudrängen. Die Regierung in Athen dementierte entsprechende Berichte.

In der Türkei wurden Anfang März zwei griechische Soldaten festgenommen, die während einer Patrouille nördlich des Evros auf türkisches Gebiet geraten waren. Ihnen wird wegen des "Eindringens in eine militärische Sperrzone" der Prozess gemacht. Die beiden Soldaten gaben an, wegen Nebels und schlechter Wetterbedingungen die Orientierung verloren zu haben. Sie warten im Gefängnis der Grenzstadt Edirne auf ihr Verfahren.

AFP

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