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Familienleben: Blog der Woche: Mama arbeitet

Christine will mit ihrem Blog "Mama arbeitet" sichtbar machen, wie es ist, alleinerziehend zu sein - nur ein scheinbares Randgruppenthema, wie sie selbst festgestellt hat.

Diese Woche: Mama arbeitet

Wer bist du?

Alleinerziehende Mutter von dreien in der Bodensee-Metropole (hahaha!) Konstanz. Ehemalige Szenegängerin aus Berlin, in Hamburg geboren, in Freiburg aufgewachsen. Und Akademikerin magna cum laude.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Als ich im Sommer 2011 arbeitslos wurde, fehlte mir das Schreiben im Internet, das vorher mein täglich Brot gewesen war, ganz fürchterlich. Ich habe mir deswegen meinen Twitternamen als Domain besorgt und einfach losgelegt. Blogs las ich vorher keine, und Blogger kannte ich nicht. Viel mehr, als dass es Blogs gibt, wusste ich nicht darüber.

Um was geht es in deinem Blog?

Meinen Alltag mit allem, was dazugehört. Ich habe keinerlei Unterstützung vor Ort durch Verwandte oder den Kindsvater. Da kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen, z.B. wenn ich zum Elternabend sollte/möchte, und keinen Babysitter habe, weil wir durch die Arbeitslosigkeit in die Armut gerutscht sind. Mir geht’s um soziale Gerechtigkeit. Ich möchte gerne sichtbar machen, wie es ist, alleinerziehend zu sein und rund um die Uhr zuständig für das Wohl und Wehe von – in meinem Fall – drei kleinen Menschen zu sein.

Wen könnte das interessieren?

Zum Glück nicht nur die Alleinerziehenden selbst, wie ich durch die Resonanz in Kommentaren und in Social Media weiβ. Es interessiert tatsächlich viele Eltern, auch Väter. Ich erhalte auch Anfragen von Politikern und Wissenschaftlern zu Forschungszwecken. Es interessiert also Betroffene, aufgeschlossene Eltern und im weitesten Sinne den Staat.

Was hat dein Blog, was andere nicht haben?

Ein groβes Publikum im Internet für ein scheinbares Randgruppenthema, was mich freut, denn ich möchte ja Öffentlichkeit schaffen. Ich lehne mich mit vollem Namen und Gesicht im Blog aus dem Fenster und tue das aus Überzeugung.

Wie oft sollte ich reinschauen?

1-2 Mal pro Woche.

Lieblingseintrag aus deinem Blog, den du anderen besonders ans Herz legst?

Kinderbücher und Trennung

Das Waschmaschinen-Orakel

Welche Blogs liest du denn gerne?

Mittlerweile gut 50, fast ausschlieβlich Elternblogs, und viele davon waren schon „Blog der Woche“ hier bei nido. Ich lese die Blogs aller Leute, denen ich auf Twitter folge und habe bewusst keine Blogroll, weil ich so viele gute Blogs kenne, dass ich mit dem Auflisten gar nicht mehr fertig würde.