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Interview

Neues Buch: Isabell Horn: "Wir Mamas haben die Verpflichtung auf uns selbst zu achten"

Isabell Horn findet: Mütter müssen sich auch mal Zeit für sich selbst nehmen. Im Interview spricht sie nicht nur über ihr neues Buch, sondern auch über Komplikationen in der Schwangerschaft und ihre berufliche Zukunft.

Isabell Horn mit Tochter Ella im Arm

Isabell Horn gibt in ihrem neuen Buch Tipps für ein Leben als ausgeglichene Mama

Isabell Horn wurde als Pia Koch in der beliebten Vorabend-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bekannt. 2014 verließ sie die Serie, 2017 wurde die 35-Jährige zum ersten Mal Mutter. Seither ist sie als Mama-Influencerin unterwegs, gibt auf Instagram und YouTube Einblicke ins Familienleben. In ihrem neuen Buch "Schön, anstrengend, aufregend: Mein Wohlfühlbuch für frischgebackene Mamis" gibt sie Tipps rund um ein entspanntes Mama-Leben. Nun erwartet die Schauspielerin ihr zweites Kind mit Jens Ackermann. Isabell Horn ist im vierten Monat schwanger, das zweite Kind soll im Juli auf die Welt kommen. Das Geschlecht ist noch nicht bekannt.

Frau Horn, erst einmal Glückwunsch zur zweiten Schwangerschaft. Wie fühlen Sie sich denn derzeit?

Dankeschön! Also jetzt fühle ich mich wirklich pudelwohl. Alles ist gut, ich habe wieder Kraft und Energie. Ich spüre gerade die Hochphase der Schwangerschaft. Ich hab echt das Gefühl, dass ich Bäume ausreißen kann. Ich bin auch nicht mehr müde. In der Anfangszeit hatte ich ja mit starker Übelkeit zu kämpfen, dann noch die Blutungen, das war also nicht so schön. 

Oh je, das klingt aber nicht so gut. Hatten Sie das in der ersten Schwangerschaft auch schon?

Nein, in der ersten Schwangerschaft hatte ich das nicht. Mir war zwar auch oft übel und ich war müde, aber ich hatte nie Blutungen und habe mir nie so große Sorgen machen müssen. Die erste Schwangerschaft verlief völlig unproblematisch und deshalb war es für mich umso überraschender, dass es jetzt bei der zweiten Schwangerschaft nicht mehr so ist.

Weiß man denn, woher das kommt mit den Blutungen?

Der Arzt meinte, er habe ein Hämatom festgestellt. Wodurch das aber ausgelöst wird, kann man nicht so genau sagen. Er hat mir geraten mich zu schonen, ich habe mir jetzt erst mal Zeit genommen, um mir Ruhephasen zu gönnen.

Oh je ... Ich wünsche natürlich alles Gute. Aber es ist ja sowieso für den Körper anstrengender, schwanger mit Kleinkind zu sein, oder?

Ja natürlich. Die erste Schwangerschaft habe ich noch richtig zelebriert, viele kleine Veränderungen an meinem Körper wahrgenommen, alles war neu und aufregend. Und jetzt beim zweiten Mal kenne ich das schon. Ich versuche es aber trotzdem zu genießen, weil ich weiß, dass es wahrscheinlich das letzte Mal sein wird, dass ich schwanger bin, weil unsere Familienplanung mit dem zweiten Kind abgeschlossen sein wird. Es ist jetzt einfach selbstverständlicher geworden, ich habe nicht mehr so viel Zeit, mich mit der Schwangerschaft auseinanderzusetzen.

Haben Sie denn viel Unterstützung?

Ja, schon. Ella hat ja ganz liebe Omis, die uns gerne unterstützen. Meine Mama versucht, regelmäßig nach Berlin zu kommen – meine Eltern wohnen ja in Bielefeld. Aber das klappt alles ganz gut. 

Das ist ja auch schön, wenn man mal Hilfe in Anspruch nehmen kann. Es ist ja nicht immer ganz leicht, Mama zu sein. Was würden Sie denn sagen, ist das Schönste am Mama-Sein?

Das Schönste am Mama-Sein ist einfach diese bedingungslose Liebe zu seinem Kind zu spüren und die bedingungslose Liebe, die man auch wieder zurückbekommt. Das war gerade, als ich Ella das erste Mal im Arm gehalten habe, besonders schön. Bei mir waren zwar die Schmerzen nicht sofort vergessen, so wie man das ja immer so schön sagt. Aber das war trotzdem ein unfassbares Gefühl. Diese Liebe ist so stark. Und dann sind da auch diese Kleinigkeiten im Alltag, wenn sie mich anlächelt, mir einen Kuss gibt oder wir zusammen herzlich lachen.

Und was, würden Sie sagen, ist das Härteste am Mama-Sein?

Zu Beginn war das Härteste, mit den neuen Gegebenheiten klarzukommen. Ich wusste, dass es anstrengend mit einem Säugling wird. Wenn man dann den Schlafentzug aber am eigenen Körper spürt, ist es doch etwas anderes. Man erlebt alles ja zum ersten Mal und weiß noch gar nicht, wie das Mama-Sein richtig funktioniert und muss erst mal in die Rolle reinwachsen ... Das war nicht so einfach.  

Und warum haben Sie sich entschieden, sich den Stress dann noch mal anzutun – jetzt, wo Sie das gerade hinter sich haben?

(lacht) Ich weiß ja jetzt, was mich erwartet. Und ich weiß auch, dass jede schwierige Phase wieder vorüber geht und das Kind irgendwann durchschläft. Ich habe auch einen tollen Partner an meiner Seite, der mich liebevoll unterstützt. Natürlich habe ich Respekt vor den neuen Herausforderungen. Ella wird am 30. März ja erst zwei Jahre alt, der Abstand ist also nicht so groß. Es wird sicher auch Tage geben, da werde ich denken 'Um Gottes Willen', aber wir haben uns immer ein Geschwisterchen für Ella gewünscht und freuen uns riesig drauf. Ich habe auch einen Bruder und ich finde das total toll.

Mit zwei Kindern ist es aber auch gar nicht so leicht, mal an sich zu denken. Welche Tipps geben Sie Müttern denn in Ihrem neuen Buch?

Mir ist es ganz wichtig, dass die Mamas auch mal an sich denken. Auf ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse hören. Wir Mütter vollbringen ja jeden Tag Höchstleistungen. Wir opfern uns komplett für unsere kleinen Kinder auf und das ist auch gut. Aber ich habe das Gefühl, dass wir uns manchmal aus den Augen verlieren. Deshalb habe ich in meinem Buch tolle Tipps zusammengefasst. Um seinen Körper zu stärken und sich wieder wohl zu fühlen, habe ich Fitness-Übungen mit Baby-Trage-Hilfe und Kinderwagen zusammengestellt. Nicht jeder hat ja die Möglichkeit sein Baby abzugeben und wenn es noch so klein ist, dann möchte man das auch vielleicht noch nicht. Das Training ist eine schöne Sache fürs Baby und für die Mama, die sich für den Eltern-Marathon stärkt und wieder etwas nur für sich tut.

Außerdem habe ich noch schnell umzusetzende und gesunde Rezepte im Buch. Als Mama hat man ja wenig Zeit. Da wird selbst das Haarewaschen manchmal schwierig. Meine tolle Hebamme Janis, mit der ich mittlerweile auch befreundet bin, hat dazu noch Experten-Tipps reingeschrieben, um die schwierigen Phasen mit Baby entspannter angehen zu können.

Das finde ich gut. Ich glaube auch, dass viele Mamas das gebrauchen können und man denen bewusst machen muss, dass man sich auch mal Zeit für sich selbst nehmen darf.

Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass wir Mamas ein Stück weit die Verpflichtung haben auf uns selbst zu achten, damit wir glücklich und ausgeglichen sind. Wir wissen selber, wenn man gestresst ist und keine Kraft mehr hat, dann kann man auch keine wirklich gute Mama sein.

Sind Sie denn eine entspannte Mama? Oder wie würden Sie sich als Mutter beschreiben?

Puh, gar nicht so leicht. Ich bin ja immer sehr kritisch mit mir und musste mit der Zeit erst lernen: Es gibt die perfekte Mama nicht. Und ich darf auch mal Hilfe annehmen und es ist vollkommen okay, wenn ich Fehler mache. Mittlerweile bin ich eine entspannte Mama geworden. Sehr flexibel, spontan und lebe im Moment. Ich nehme gerne Tipps an, probiere aber auch gerne aus und halte mich nicht ausschließlich an die ganzen Ratgeber oder Erziehungsbücher, sondern gehe meinen eigenen Weg, zusammen mit meinem Partner. Bis jetzt funktioniert das auch ganz gut. Und wenn es mal nicht funktioniert, dann lernen wir daraus.

Wie geht es denn bei Ihnen beruflich weiter? Sie haben ja jetzt ihr Buch herausgebracht, sind auf YouTube und Instagram unterwegs, aber wird man Sie irgendwann mal wieder im TV sehen?

Erst mal muss ich dazu sagen: Ich hätte nie gedacht, dass ich mit der Zeit solch eine positive Social-Media-Gemeinde aufbaue. Als Mama-Influencerin lässt sich Familie und Job prima vereinbaren, ich habe tolle Kooperationen und kann selbst kreativ werden. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich früher oder später wieder vor der Kamera stehen werde, wenn wir mit dem zweiten Kind aus dem Gröbsten raus sind und es sich mit unserer Familie vereinbaren lässt. Mir ist es wichtig, dass unsere Familie nicht unter meinen Jobs leidet. Zur Zeit ist es aber erst einmal nicht geplant, mit der Schwangerschaft und dem neuen Beruf fühle ich nicht rundum ausgelastet und bin sehr dankbar. Es kam alles zur richtigen Zeit.

Isabell Horns Buch "SCHÖN, ANSTRENGEND, AUFREGEND.: Mein Wohlfühlbuch für frischgebackene Mamis" ist seit dem 26. Februar erhältlich.

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