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Fundstück: Teilen kann so schön sein.

Viele Haushaltsgeräte, Spielzeug oder Werkzeuge liegen die meiste Zeit nur rum und werden nicht genutzt. Da könnten sie doch eigentlich auch mal verliehen werden, oder?

Für den Urlaub gerade ein neues Zelt gekauft? Und jetzt liegt es die nächsten Jahre ungenutzt im Schrank, weil das mit dem Campingurlaub zwar sehr nett war, aber für die nächsten fünf Jahre auch erst mal reicht? Oder es fehlt für das neue Regal die Bohrmaschine? Vielleicht ein bisschen Spielzeug zu viel im Kinderzimmer? Oder alles ist langweilig, aber für was neues fehlt der Geburtstag oder Weihnachten?

Pumpipumpe hat für teil- und leihfreudige Menschen womöglich die perfekte Lösung: Wir teilen unsere Konsumgüter – die wir nicht täglich brauchen – einfach mit unseren Nachbarn und umgekehrt. Also keine eigene Bohrmaschine, mit etwas Glück hat der Nachbar eine, die er gern verleiht. Denn in fast allen Haushalten befinden sich einige nur selten genutzte Gegenstände wie Werkzeuge, Küchengeräte, Spielzeug, Bücher, Zelte oder Schlitten.

„Ziel des Projekts Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern.“

Wer nicht mit all seinen Nachbarn auf Facebook befreundet ist, aber trotzdem zeigen will, was er zu teilen hat: Pumpipumpe hat Aufkleber entwickelt, die einfach an den Briefkasten geklebt werden. So weiß die gesamte Nachbarschaft, was ich zu teilen bereit bin, ob nun Spielzeug, Buch oder Bohrmaschine.

Im Prinzip eine gute Idee, wenn ich da nicht an meine Tochter denken müsste. Bereits im letzten Schuljahr hat sie an einen ihrer Klassenkameraden Playmobil verliehen und bis heute nur einen Teil zurück bekommen. Mit Schokolade. Also nicht als Geschenk, sondern mit Schokolade auf Playmobil. Und einem abgebrochenen Rad. Der Rest ist trotz mehrfacher Nachfrage noch immer nicht zurück gekommen.

Wer weiß, wenn meine Nachbarn mit meiner Bohrmaschine nun doch Äpfel schälen und ich ein verklebtes Ding zurück bekomme? Oder Zement mischen und sie hinterher nur noch ein bisschen klappert und röchelt? Wer kommt für Schäden auf? Was, wenn meine Nachbarn auf Eselsohren in Büchern stehen, ich aber absolut für Lesezeichen bin? Und der ein oder andere, der Carsharing betreibt, ist vielleicht auch schon mal in ein nicht ganz so sauberes Auto eingestiegen.

Aber das Konzept scheint aufzugehen. 6000 Sets sind bereits verkauft worden und eine weitere Aufgabe erfüllen die Aufkleber an Briefkästen auch: Ich sende mit diesem Aufkleber immerhin freundliche Botschaften an meine Nachbarn.

Ein bisschen Sharing is Caring haben wir übrigens in unserer Nachbarschaft bereits, denn im ersten Stock werden Bücher getauscht. Eins wird genommen, ein anderes reingelegt und ich lerne etwas über die Lesegewohnheiten meiner Nachbarn.

Finden Sie, das ist eine gute Idee? Würden Sie Spielzeug verleihen? Schlitten? Ihr Zelt, die Bohrmaschine oder im Urlaub gar die Wohnung?