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Magazin: Der Rotznasen-Komplex

Jedes Jahr im Herbst das gleiche Bild: Aus gesunden Erwachsenen werden geschlauchte Dauerschniefer, die hustende Kleinkinder pflegen. Warum Familien so regelmäßig von Erregern heimgesucht werden - und wie man sich wappnen kann.

Text: Kristin Hüttmann & David Schumacher

Leider erwiesen: Junge Familien haben einen Staffellauf der Infektionskrankheiten zu erdulden. Aber: kein Grund zur Verzweiflung

Es ist der Lauf der Jahreszeiten: Mediziner registrieren im Herbst ein allmähliches Ansteigen des Hust- und Schniefgeschehens. Kurz nach Neujahr erreicht der Krankenstand seinen Höhepunkt. Die realen Kita-Gruppengrößen erreichen im Januar ihr gefühltes Jahrestief. Wenn es wärmer wird, nehmen Atemwegserkrankungen ab. Dafür suchen uns vermehrt Durchfallerreger heim. Prominente Ausnahme: Das Norovirus mag es winterlich kalt.

Ja, es ist ein Staffellauf. Und nie gab es mehr Familien, die daran teilnahmen. Ärzte und Gesundheitsforscher können mittlerweile auch plausibel erklären, warum das so ist. Und warum das gar nicht so schlimm ist, wie es zunächst klingt.

In Nido-Heft 10, das am 25. September erscheint, erklären wir die Hintergründe der alljährlichen Hust- und Schniefsaison. Wir geben Tipps, wie Familien das Beste aus den Tagen und Nächten der Bettruhe machen.

Bei der Gelegenheit räumen wir auch einmal auf mit ein paar Gesundheitsmythen, die sich hartnäckig halten. Und zwar:

1.
Dreck reinigt den Magen.

Sagen wir so: Der Magen erledigt das mit seiner Säure schon selbst. Ein bisschen Dreck ist trotzdem gut. Die darin enthaltenen Bakterien und Viren, egal ob eingeatmet oder gegessen, trainieren das Immunsystem.

2.
Ein Kind braucht auch mal 40 Grad Fieber.

Grundsätzlich aktiviert der Temperaturanstieg das Immunsystem. Hält das Fieber aber länger als 48 Stunden an und kommen Begleitsymptome wie Kopfschmerzen oder Durchfall hinzu, kann das auf eine bakterielle Infektion hindeuten. Im Zweifel gilt: ab zum Arzt!

3.
Bloß nicht mit feuchten Haaren rausgehen.

Eine Erkältung bekommen wir durch Infektion mit Viren oder Bakterien. Kälte ist allenfalls ein begünstigender Faktor.

4.
Im Winter werden wir krank, weil dann das Immunsystem sturmreif geschossen ist.

Stimmt nicht. Ob wir krank werden, hängt nur davon ab, ob unser Immunsystem seinen Gegenspieler kennt und vor allem: wie viele infektiöse Personen in unserer Umgebung sind.

5.
Hände desinfizieren ist ein Muss.

Immer ruhig bleiben! Man sollte sich regelmäßig die Hände waschen – aber dafür reicht Seife völlig aus. Desinfektionsmittel gehören in die Klinik.

6.
Hochziehen macht Schnupfen nur schlimmer.

Von wegen: Ärzte ziehen es sogar dem Schnauben in ein Taschentuch vor. Beim Schnäuzen gilt: nicht zu doll, sonst baut sich ein gefährlicher Druck im Kopf auf.

7.
Globuli helfen wirklich.

Kann man so nicht sagen. Ein Effekt der Kügelchen ist wissenschaftlich nicht
bewiesen – aber sehr wohl der Placebo-Effekt, wenn man daran glaubt.

8.
Vitamin C beugt vor.

Jein. Da der Körper es nicht speichert, brauchen wir es nicht auf Vorrat zu
futtern. Aber bei akuter Erkältung hilft es, einige Orangen zu essen.

9.
Wasser auf Kirschen macht Bauchschmerzen.

Das war einmal. Die Ansicht stammt aus Zeiten, als Trinkwasser Keime enthielt, die das Obst im Magen gären ließen.

Mehr dazu in der Nido #10 – am Freitag überall im Handel erhältlich!

Die Titelthemen der neuen Ausgabe im Überblick.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.