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Magazin: Kinder an die Macht

Was passiert, wenn die Kinder fünf Tage lang alles dürfen: alles entscheiden, alles essen, den Familienalltag ganz alleine planen …? Nun, es wird sehr, sehr anstrengend. Für die Eltern. Aber es gibt auch etwas zu lernen. Für alle Beteiligten.

Text: Thomas Lindemann | Fotos: Christian Kryl

Als meine Söhne die Idee aufbrachten, wurde ich nachdenklich. Meine Kinder haben von mir verlangt, was ich selbst einst von meinen Eltern wollte: auch einmal der Chef der Familie zu sein. Wenigstens für einen Tag. Ich weiß genau, wie ich als etwa Zehnjähriger das Kindermagazin „floh!“ las, und unter den kleinen Tipps, was man am Wochenende alles so ausprobieren könne, stand: Rollentausch. Mit den Eltern. Mein Bruder und ich waren begeistert. Und eine knappe Stunde später habe ich schon geweint. Belustigt aber widerwillig hatten meine Eltern zugestimmt, sich aufs Sofa gesetzt, dann aber einfach von dort aus alles verboten. Wir Kinder wollen selbst kochen? Nö. Mama und Papa ins Kinderzimmer schicken? Keine Lust. Und überhaupt, sagte meine Mutter bald hektisch, jetzt müsse man aufhören. Das Experiment dauerte eine halbe Stunde und blieb ein Reinfall, den ich nie vergaß. Das war einer der Momente für den Satz: Wenn ich mal groß bin, mache ich das alles ein bisschen besser. Jetzt bin ich groß und muss Wort halten. Meine Söhne Quinn, 7, und Leo, 9, flippen schon aus, als ich nur andeute, einverstanden zu sein. „Bestimmertage!“ schreien sie und tanzen durch die Küche. So heißt die Sache nun bei uns. Im Überschwang verkünde ich einfach: „Es geht sofort los!“ Meine Frau steht mit vor Angst geweiteten Augen dabei.

Das komplette Experiment lest ihr in der neuen Nido. Seit Freitag, 19.02., am Kiosk!

Alle Titelthemen der neuen Ausgabe im Überblick:

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