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Magazin: Schluck!

Was Kinder so alles in den Mund nehmen: Die Künstlerin Lenka Clayton hat es hier versammelt. Ihr Werk hat uns inspiriert, zwei Kinderärzte zu fragen, wie man solche Exponate wieder ans Licht befördert.

Dr. Martin Wiesner und Dr. Boris Griebenow betreiben im Berliner Stadtteil Moabit eine Kinderarztpraxis. Sie sind immer wieder überrascht, was Kinder sich alles in den Mund stecken.

„Bei spitzen Dingen, empfehlen wir erst mal Sauerkraut und Grünkohl zu essen.“ Hysterie ist meistens unangebracht. Nur bei chemischen Substanzen gilt: Schnell die Giftnotzentrale anrufen – und ab ins Krankenhaus.

Nido: Müssen Sie über das, was Kinder so in den Mund nehmen, manchmal lachen?
Wiesner: Klar! Neulich kam ein Eineinhalbjähriger herein, der Palmolive getrunken hatte. Er schäumte ununterbrochen aus Nase und Mund, was wirklich lustig aussah! Zum Glück ist so etwas nicht schlimm. Der bekam einen Entschäumer verordnet und damit ­hatte es sich.

Sie erleben also ziemlich oft, dass Kinder sich Fremdkörper einverleiben?
Wiesner: Ja, vor allem die Kleineren. Die haben die Angewohnheit, alles in den Mund zu nehmen; auch nach der oralen Phase, wenn sie ein, zwei Jahre alt sind. In einem Ohr habe ich schon Mini-Alupapierkügelchen gefunden und Perlen zum Auffädeln. Erbsen stecken sie sich gerne in die Nase, einmal musste ich da sogar eine Mensch-ärgere-dich-nicht-­Figur herausholen!
Griebenow: Murmeln und Münzen sehen wir relativ häufig. Auch Hundekot und Gras. Sand und Erde sind beliebt, was übrigens ein Hinweis auf Eisenmangel sein kann.
Wiesner: 99,9 Prozent der Dinge rutschen einfach durch. Und auch wenn man einen spitzen Gegenstand schluckt: Solange der auf dem Weg zum Magen die Speiseröhre nicht verletzt, passiert auch weiter nichts. Selbst wenn Kinder den Darm voller Nadeln, Scherben, Reißzwecken oder Rasierklingen haben.

Das komplette Interview und alle gesammelten Gegenstände der Künstlerin Lenka Clayton finden Sie in der neuen Nido. Ab Freitag, 21. August 2015, überall am Kiosk!

Die Titelthemen der neuen Ausgabe im Überblick.