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Magazin: Soll uns nicht weiter belasten

Wie viel tut der Staat für Familien und wie viel tun Familien für den Staat? Rein rechnerisch sind die Familien im Nachteil: Eltern müssen nämlich doppelt in die Sozialkassen einzahlen. Ein Gerichtsentscheid könnte an dieser Ungerechtigkeit jetzt etwas ändern.

Text: David Schumacher

Das Bundessozialgericht verhandelt Ende September den Fall einer Familie mit drei Kindern. Die Eltern argumentieren so: Es ist nicht gerecht, dass wir von unserem Einkommen genauso hohe Anteile in die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen müssen wie Kinderlose – obwohl wir doch von dem gleichen Einkommen auch noch unsere Kinder großziehen müssen. Wovon auch und gerade Kinderlose enorm profi­tieren. Wer sonst soll in dreißig Jahren für die Sozialbeiträge aufkommen?

Wenn das Gericht ihm folgt, hieße das: Alle Eltern, die in die Sozialkassen einzahlen, müssten entlastet werden. Alle bekämen Monat für Monat mehr Geld aufs Konto, der Familienverband (www.elternklagen.de) spricht von 238 Euro pro Kind, vielleicht noch mehr. Es wäre die größte Geldspritze, die Deutschlands Familien je bekommen haben.

Nun kann man misstrauisch werden: Wenn die Sache so offensichtlich ist, warum haben Politiker nicht schon längst gehandelt? Und warum haben sich Eltern nicht schon früher gegen ein System gewehrt, das sie im Prinzip seit seiner Einführung im 19. Jahrhundert benachteiligt? Warum brauchte es einen bescheidenen und zugleich hartnäckigen Familienvater, um lapidar feststellen zu lassen, stimmt, Eltern zahlen doppelt, das schaffen wir dann mal ab?

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