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Magazin: Wie sieht das ideale Kinderzimmer aus?

Eltern wünschen sich für ihr Kind immer nur das Beste. Aber wie kann man diese Formel mit Leben füllen? Was ist wirklich wichtig, was unwichtig? Wir haben zwölf Experten befragt, was sie für wesentlich halten.

Texte: Caroline Heinemann, Marija Latkovic, Mareen Linnartz
Fotos: Maaike Koning

Wie sieht das ideale Kinderzimmer aus, Annette Peters?

Bitte das Zimmer nicht geschlechtsspezifisch einrichten. Es stimmt nicht, dass Mädchen automatisch Rosa, Prinzessinnenbett und Puppenecke mögen und Jungen Hellblau, Piratenschiff und Fußballbettwäsche. Viele Eltern glauben das, und ich halte das für gefährlich. Es gibt Studien: In Kindergärten, in denen Puppenecken und Legokästen säuberlich abgetrennt sind, nimmt über die Jahre das räumliche Vorstellungsvermögen der Mädchen ab; umgekehrt sinkt die soziale Kompetenz der Jungen. Fragt man Kindergartenkinder nach ihren Lieblingsfarben, sagen Jungen wie Mädchen: Blau, Rot, Gelb. Nicht Rosa. Nicht Hellblau. Was alle als unangenehm empfinden: Apfelgrün. Sehr interessant, wenn man sich die Kindermöbelkollektion so mancher Hersteller anschaut.

Überhaupt: Zimmer sollten so wenig vorformatiert und thematisch besetzt sein wie möglich. Ich werde oft gefragt: Wie viel sollten Kinder bei der Planung mitbestimmen? Dann sage ich immer: Eltern sorgen für die Grundeinrichtung, Bett, Schrank, Schreibtisch, das sollten langlebige, neutrale Möbel sein. Übrigens lieber geschlossene als offene Regale, um eine visuelle Überladung zu vermeiden. Und dann können die Kinder gestalten. Mit Magnetfarbe bestrichene Wände sind wunderbar, um Bilder aufzuhängen. Holzhocker können als Stühle oder zum Höhlebauen verwendet werden. Wertvolle Miniaturausgaben von Designermöbeln eignen sich da nicht. Wenn ich die in Kinderzimmern sehe, denke ich oft: Hier versucht jemand sein schlechtes Gewissen zu kaschieren: Ich habe zwar wenig Zeit für dich, aber als Zeichen meiner Wertschätzung kaufe ich dir etwas Teures.

Idealerweise hat jedes Kind sein eigenes Zimmer. Geht aber nicht immer. Deswegen wichtig: Rückzugsräume für jeden schaffen: Das kann ein durch ein Paravent abgetrennter Bereich sein oder ein kleines Zelt, was auch immer. Klare Abgrenzung, was wem gehört – dann übernehmen Kinder auch mehr Verantwortung für ihre Sachen. Ich finde es auch gut, alle halbe Jahre Spielsachen für eine gewisse Zeit wegzupacken, damit die Zimmer nicht überladen sind. Noch besser: Überflüssige Spielsachen auf dem Flohmarkt verkaufen, Kinder bekommen so ein Gefühl für den Wert der Dinge.

Annette Peters ist Architekturpsychologin in Regensburg und hat sich auf die Bedürfnisse von Kindern spezialisiert.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.