HOME

Bilderbücher 2018: Das sind die besten Bilderbücher des Jahres – für Klein und Groß

In der kalten Jahreszeit macht es besonders viel Spaß, sich mit einem Buch aufs Sofa zu kuscheln. Wie gut, dass 2018 all diese herrlichen Geschichten herausgekommen sind! Nido empfiehlt zehn Titel für Kinder zwischen zwei und zehn Jahren.

Zwei Bücher-Cover

Bilderbücher für Zwei- bis Zehnjährige: "Das Farbenmoster" eignet sich für Kinder ab drei Jahren, "Das letzte Schaf", eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, wird Kinder ab acht Jahren amüsieren

Endlich wieder Zeit zum Lesen! Der unendlich lange Sommer ist vorbei, die Heizung bollert und die Vorfreude auf einen Nachmittag auf dem Sofa überwiegt die, draußen unterwegs zu sein. Was liegt da näher, als sich neben ein paar Keksen auch ein tolles Buch einzuverleiben? Wir haben die Titel zusammengestellt, die uns 2018 besonders begeistert haben. Was die ausgewählten Bücher miteinander verbindet, ist ein wichtiges Detail: Auch Erwachsene kommen beim Vorlesen auf ihre Kosten!

Neun Hunde mit Weihnachtsmützen haben ein Matratzenlager unter den Weihnachtsbaum gebildet

Noch ein Mal schlafen, dann ist Weihnachten! Im Matratzenlager unter dem Tannenbaum erzählen sich die neun Hunde-Freunde, was sie sich wünschen – und bescheiden sind sie nicht!

Cover

"Das größte Geschenk der Welt" von Dorothée de Monfreid, 2018, Verlag Reprodukt, 14 Euro

"Das größte Geschenk der Welt"

Mit ihrer Hundebande hat die französische Autorin Dorothée de Monfreid eine herrliche Gruppe von Freunden zusammengestellt. Mit "Das größte Geschenk der Welt" ist bereits der vierte Band um die neun Vierbeiner Popow, Alex, Pedro, Kaki, Nono, Zaza, Omar, Jane und Micha entstanden, die ihre Abenteuer im ganz normalen Alltag erleben. Sie sind verspielt, verschlafen, aufgeregt und auch mal nörgelig, aber vor allem eins: Freunde. Dieses Buch spielt in der Nacht vor Weihnachten, in der sie sich im Wohnzimmer unter den geschmückten Baum legen und einander erzählen, was sie sich zu Weihnachten erhoffen. Doch am Morgen danach ist die Überraschung groß, denn unter dem Weihnachtsbaum liegt – nichts. Erst der Blick aus dem Fenster lohnt sich, denn da steht etwas, womit keiner von ihnen gerechnet hat: das größte Geschenk der Welt.

24 Seiten, Pappbilderbuch, geeignet für Kinder ab 2 Jahren, hier bestellbar.

Taranteln, Krokodile, Schlange

Aus den Taranteln wird ein Krokodil, aus den Krokodilen wird eine Schlange und Schuld an der Verwandlung ist immer – der Reim. Der durch dieses Schema vorgegebene Rhythmus in "Eins zwei drei Vampir" ist zum Brüllen komisch.

Cover

"Eins zwei drei Vampir" von Nadia Budde, 2018, Peter Hammer Verlag, 13 Euro

"Eins zwei drei Vampir"

1999 hat Nadia Budde mit "Eins zwei drei vier" einen Geniestreich vorgelegt, der mehrfach ausgezeichnet und von einer ganzen Generation Kinder geliebt worden ist. Der in diesem Jahr, fast möchte man sagen: endlich, erschienene Nachfolger funktioniert nach dem gleichen Konzept und steht seinem Vorgänger an Witz und Einfallsreichtum in nichts nach: Auf drei Tiere oder Wesen von der gleichen Gattung folgt ein Joker, der nicht in die Reihung passt. Was in der Theorie wie ein müdes Konzept klingen mag, stellt sich als größtes Lesevergnügen heraus, auch noch nach dem hundertsten Durchblättern. Bei "Eins zwei drei Vampir" handelt es sich um eine "Gruselvariante", in der neben Vampiren auch Gespenster, Fledermäuse, Ungeheuer und diverses Getier auftauchen. Doch Angst muss niemand vor ihnen haben, dafür grinsen sie alle viel zu schön.

20 Seiten, Pappbilderbuch, geeignet für Kinder ab 3 Jahren, hier bestellbar.

Eine Doppelseite, auf der Henni Ida Petunia trifft

Ida, die Henne, fragt Petunia um Rat, weil sie nicht weiß, ob sie all ihre Küken um sich hat. Petunia gibt vor, rechnen zu können – und stürzt das Huhn mit ihrem Ergebnis in große Sorge.

Cover

"Petunia" von Roger Duvoisin (Autor und Illustrator), übersetzt von Sabine Ludwig, Neuauflage 2018, Esslinger Verlag, 12,99 Euro

"Petunia"

Petunia ist eine dumme Gans. Das wäre nicht so schlimm, wenn sie nicht ein Buch gefunden hätte. Weil Petunia glaubt, dass man mit einem Buch automatisch klug ist, wird aus ihr auch noch eine eingebildete Gans. Vor lauter Stolz wird ihr Hals immer länger. Wegen ihres arroganten Gehabes glauben die Tiere auf dem Bauernhof, dass Petunia ihnen bei ihren Problemen weiterhelfen kann. Petunia gibt großzügig Auskunft – und schert sich kein bisschen darum, dass sie damit einiges Leid auslöst. Erst als sie selbst zu Schaden kommt, sieht sie ihren Fehler ein: ein Buch zu besitzen, macht noch lange nicht klug. Petunia zieht aus dieser Erkenntnis die richtigen Konsequenzen – und ganz plötzlich liebt man sie.

"Petunia" erschien zum ersten Mal im Jahr 1950 und dürfte manchen Eltern noch durchaus bekannt sein. 2018 ist der liebenswerte Klassiker zurückgekehrt, in einer neuen Übersetzung von Sabine Ludwig.

40 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 3 Jahren, hier bestellbar.

Das Monster ist wütend, die Buchseite ist voller Rot

Es ist manchmal nicht leicht, sein eigenes Gefühl zu verstehen, geschweige denn zu beschreiben. Außer es ist ganz eindeutig, wie hier zum Beispiel die Wut.

Cover

"Das Farbenmonster" von Anna Llenas (Autorin und Illustratorin), übersetzt von Edmund Jacoby, 2018, Jacoby & Stuart, 15 Euro

"Das Farbenmonster"

Das Farbenmonster wacht eines Morgens auf und ist völlig verwirrt. Zum Glück hat es eine Freundin, die ihm seinen Zustand sofort ansieht, denn sein Körper ist ein kunterbuntes Wirrwarr. So kann das nicht weitergehen, beschließt das Mädchen, und hilft seinem Freund, seine Gefühle zu sortieren. Sonst weiß das Monster ja gar nicht, wie es sich fühlen soll! Also bringt das Mädchen Ordnung in das Gefühlsleben und findet für jede Emotion eine passende Farbe – von Gelb, das so fröhlich strahlt wie die Sonne, bis zu Schwarz, das für die Angst in der Dunkelheit steht.

Anna Llenas hat Kindern mit ihrem Buch die Möglichkeit gegeben, Gefühle verstehen und sogar sehen zu können. Die 40-jährige Spanierin aus Barcelona ist Professorin mit dem Spezialgebiet Kunst und Erziehung, mit "Das Farbenmonster" gelang ihr ein großer internationaler Erfolg.

48 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 3 Jahren, hier bestellbar.

Schnecke Charlie strickt mit ihren Fühlern ein Schneckenhaus

Charlies Schneckenhaus ist beim Schneckenrennen kaputt gegangen, nun ist das obdachlose Tier auf der Suche nach geeignetem Ersatz. Ob sich ein gestricktes Haus eignet?

Cover

"Ein neues Haus für Charlie" von Doris Lecher, 2018, Beltz & Gelberg, 13, 95 Euro

"Ein neues Haus für Charlie"

Beim Schneckenrennen liegt Charlie in Führung, als ihm ein Unfall passiert: Ein kleiner Junge tritt versehentlich auf ihn drauf. Charlie ist zum Glück nichts passiert, aber sein Schneckenhaus ist komplett hinüber. Gemeinsam mit seinen Schneckenfreunden überlegt er, was nun zu tun ist. Wenn der Winter kommt, wird es ohne Haus einfach zu kalt. Charlie besucht Frau Igel, die immer Rat weiß. Sie erklärt ihm, dass Stricken für den Winter stets das Richtige sei und schenkt ihm Wollreste und zwei ihrer Stacheln als Nadeln. Also strickt Charlie los, für eine Schnecke mit sehr großem Geschick! Aber so hübsch das bunte Haus auch ist, so wenig eignet es sich doch für ihn. Also zieht Charlie von Freund zu Freund und probiert, welche Haus-Alternativen sonst noch infrage kommen. Und dabei sieht es gar nicht gut aus für ihn! Doch zum Glück geschieht dann plötzlich so etwas wie ein kleines Wunder.

"Ein neues Haus für Charlie" kam bereits 2001 heraus, die aktuelle Auflage ist von 2018.

32 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 4 Jahren, hier bestellbar.

Eine gezeichneter Junge mit Pilotenbrille fliegt durch die Luft

Die Bewältigung eines Problems kann man lernen – und gestärkt daraus hervorgehen

Cover

"Was macht man mit einem Problem?" von Kobi Yamada (Autor) und Mae Besom (Illustration), 2018, Adrian Verlag, 12,95 Euro

"Was macht man mit einem Problem?"

Wer ein Problem hat und es nicht lösen kann, trägt es mit sich herum. Das Schlimme ist: Je länger man es mit sich herumträgt, desto größer wird es. Es wächst mit jedem Tag, das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. Und wenn es eine bestimmte Größe erreicht hat, wird es plötzlich ganz schön bedrohlich. Man bekommt Angst davor und möchte sich am liebsten verstecken. Doch das geht leider nicht. Es hilft alles nichts, man muss es angehen. Und dann macht es klick – denn aktiv zu werden, wirkt befreiend. Man fühlt sich gleich viel besser. Dieses Buch macht Mut, sich gerade zu machen, statt sich zu verkriechen.

Den Illustrationen ist anzusehen, dass Mae Besom ein Faible für Animationsfilm hat.

40 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 6 Jahren, hier bestellbar.

Doppelseite

Hein Blöd kennt jeder, aber "Hein Daddel"? Auf Plattdeutsch? "Plattkinner" kann das ändern!

Cover

"Plattkinner: Neue plattdeutsche Songs für Hamburg und den Norden" von Wiebke Colmorgen (Autorin), Tanja Esch (Illustratorin) und Hardy Kayser (Komponist), 2018, Junius Hamburg, 19,90 Euro

"Plattkinner"

Die Autorin Wiebke Colmorgen kommt vom Land und ist oben im Norden zweisprachig aufgewachsen: mit Hoch- und Plattdeutsch. Um dem Überleben dieses hübschen und lustigen Lokalkolorits eine Chance zu geben, hat sie zusammen mit dem Komponisten Hardy Kayser neue Songs geschrieben, die nun unter dem Titel "Plattkinner" zu haben und – dafür sorgt eine dem Buch beigefügte CD – zu hören sind. Es ist verrückt, aber Kinder lieben Platt, der ein oder andere mag sich selbst noch daran erinnern, wie gern er seiner Oma zugehört hat, wenn sie in dem intuitiv verständlichen Dialekt erzählte. Colmorgen weiß das auch von ihren plattdeutschen Lesungen, die sie in Hamburger Schulklassen hält: "Kinder mögen es, egal wo sie herkommen, denn es klingt lustig!"

Bei Soundcloud gibt es drei Songs zum Reinhören, im Buch stehen die Texte mit Noten sowie die Übersetzung ins Hochdeutsche. Wiebke Colmorgen und die Illustratorin Tanja Esch, die mit dem Comic "Supercool" bekannt geworden ist, leben in Hamburg. Hier probehören.

48 Seiten, gebunden, mit CD, geeignet für Kinder ab 6 Jahren, hier bestellbar.

Doppelseite mit Essen aus dem Westen und aus dem Osten

Max lebt in der BRD, seine Cousine Maja in der DDR, beides ist Deutschland, doch ihre Leben unterscheiden sich sehr. Zum Beispiel im Essen. In "Hübendrüben" wird das Leben im Westen auf der linken Buchseite gezeigt, das im Osten auf der rechten.

Cover

"Hübendrüben – Als deine Eltern noch klein und Deutschland noch zwei waren" von Franziska Gehm (Autorin) und Horst Klein (Illustrator), 2018, Klett Kinderbuch, 14 Euro

"Hübendrüben – Als deine Eltern noch klein und Deutschland noch zwei waren"

Sie sind Cousin und Cousine und leben im gleichen Land, allerdings zu einer Zeit, als Deutschland noch in Ost und West geteilt war. Die Autorin Franziska Gehm und der Illustrator Horst Klein erinnern 29 Jahre nach dem Mauerfall an eine Zeit, die Kinder von heute nicht mehr miterlebt haben, ihre Eltern hingegen größtenteils schon. Wie groß die "kleinen Unterschiede" waren, erzählen die beiden an den Leben von Max und Maja. Während Max und seine kleine Schwester Maria in einem Einfamilienhaus aufwachsen, eigene Zimmer haben und die Eltern einen Golf I fahren – wir befinden uns also im Zeitraum der späten 1970er oder frühen 1980er Jahre –, wohnt Maja mit ihrem Bruder Maik und den Eltern in einer kleinen Wohnung im Plattenbau und die Eltern fahren einen Trabi. Bei Max und Maria ist die Mama tagsüber zu Hause und passt auf sie auf, Maja und Maik gehen in den Kindergarten und die Krippe, weil ihre Eltern beide arbeiten. Die Unterschiede zeigen sich aber noch viel mehr in Kleinigkeiten wie anderen Worten für das gleiche Produkt. So wurde aus dem Brathähnchen in der DDR zum Beispiel ein Broiler. Im Westen fragte man "Ich geh' kaputt, gehst du mit?" und im Osten "Bist du noch ganz knusper?". Die Zeitreise in die deutsche Vergangenheit weckt bei Eltern Erinnerungen und ist für Kinder wie ein Trip in ein fremdes Land, der durch die herrlichen Illustrationen zu einem lustigen und aufregenden Abenteuer wird.

40 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 7 Jahren, hier bestellbar.

Cover

"Das letzte Schaf" von Ulrich Hub (Autor) und Jörg Mühle (Illustration), 2018, Carlsen Verlag, 13 Euro

"Das letzte Schaf"

Eine kleine Schafherde steht nachts auf ihrem Feld, als plötzlich ein neuer Stern aufgeht und alles strahlend hell erleuchtet. Was ist denn da los?, wundern sich die sieben Tiere. Ihre Hirten können sie nicht fragen, denn die sind einfach verschwunden! Ein Schaf hat etwas gehört und spinnt daraus eine eigene Theorie: Die Hirten sind gekidnappt und von Ufos entführt worden. Diese These trägt nicht gerade zur Beruhignung der Herde bei! Ulrich Hub erzählt die Weihnachtsgeschichte aus einem anderen Blickwinkel: Seine sieben Protagonisten haben etwas von einem Baby gehört, aber was hat es damit auf sich? Sie machen sich auf die Suche und erleben dabei so einige Abenteuer. 2013 wurde der Autor mit "An der Arche um Acht" bekannt, wo er sich einer anderen wichtigen Bibel-Geschichte gewidmet hat, der Sintflut und der Arche Noah – seine "tierische Variante" wurde ein Bestseller. Obwohl erst Ende September erschienen, erscheint auch "Das letzte Schaf" bereits in der zweiten Auflage. Diese Weihnachtsgeschichte lässt sich auch jede(r) Zehnjährige noch gern vorlesen, denn aus dieser Perspektive ist sie so viel lustiger!

80 Seiten, gebunden, geeignet für Kinder ab 8 Jahren, hier bestellbar.

Ein Kind läuft besser Rollschuh als seine Eltern

"12: So viele Dinge kannst du schon besser als deine Eltern." Jede(r) Zwölfjährige wird das bestätigen – und vielleicht behaupten: "Eigentlich alles."

Cover

"Hundert: Was du im Leben lernen wirst" von Heike Faller (Autorin) und Valerio Vidali (Illustrator), 2018, Verlag Kein & Aber, 20 Euro

"Hundert: Was du im Leben lernen wirst"

Als Kind hat man so viel Leben und so viele Erfahrungen vor sich, von denen man nicht die geringste Idee hat. Eine erste Ahnung davon, was auf einen zukommen könnte, erhält man jedoch, wenn man sich in 100 Schritten durch "Hundert" blättert. Die Autorin gewährt wie durchs Schlüsselloch Einblicke auf den Lauf des Lebens. Wir wachsen mit ihr, werden erwachsen mit ihr und irgendwann werden wir auch alt. Dabei lernen wir nicht nur Rollschuhlaufen, sondern werden auch zu groß für unser Kinderzimmer. Wir verlieben uns, entdecken, wie merkwürdig die Welt sein kann und müssen irgendwann feststellen, dass unsere Nasen und Ohren wachsen. Obwohl das Leben für jeden andere Überraschungen bereithält, können sich auf die ausgewählten Momente für jedes Lebensjahr wohl sehr viele Menschen einigen. Das könnte zumindest erklären, warum der Überraschungserfolg des Jahres 2018 inzwischen bereits in der 4. Auflage verkauft wird. Dass Heike Faller mit ihrem Zeitstrahl durchs Leben richtig liegt, merkt man daran, dass man auch beim x-ten Durchblättern noch ins Träumen gerät.

Heike Faller und der vielfach ausgezeichnete italienische Illustrator Valerio Vidali leben beide in Berlin.

208 Seiten, gebunden, geeignet für Groß und Klein, hier bestellbar.

Air New Zealand Werbespot: Weihnachtsmann schickt versehentlich Email an die unartigsten Kinder der Welt

Themen in diesem Artikel