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Unterwegs: Wochenende mit Kind … auf Sylt

Von wegen Schickimicki: Die nordfriesische Insel kann auch anders, findet Familie Hüthig/Hosemann. Mit Gratis-Trampolin, Einsiedlerkrebsen und einer Heidewanderung mit Bollerwagen.

Protokoll: Julia Rothhaas | Foto: Ariane Hosemann

Freitag: An der Nordseeküste:Hier wird nicht geschunkelt, sondern gesprungen. Ein bisschen ruhiger wird es beim Abendessen mit Blick auf die Wellen.

15.00 Uhr Gestrandet auf der Insel: Wir kommen privat unter, aber unseren Gästen empfehlen wir, je nach Anspruch, entweder die Jugendherberge List-Mövenberg, die mitten in einem Naturschutzgebiet im Norden der Insel liegt (DZ mit Dusche und WC ab 45,40 Euro, list.jugendherberge.de), oder die Ferienwohnungen unter Reetdach im Alten Konsumverein (bei Mindestaufenthalt von drei Nächten ab 46 Euro pro Nacht, westerland-auf-sylt.de).

16.00 Uhr Auf dem Sprungtuch: Nach der Anreise brauchen unsere Kinder Auslauf. Besonders gut können sie sich beim Trampolinspringen austoben. Auf der Promenade vor der Villa Kunterbunt in Westerland können sie sogar gratis hüpfen. Bis ihnen die Puste ausgeht.

17.00 Uhr Sauna am Strand: Die Lage ist das Beste am La Grande Plage – denn das Restaurant, wie der Name schon sagt, liegt direkt am Strand in Kampen. Schicken Sie die Kinder mit Ihrem Partner zum Spazieren ans Wasser und erholen Sie sich selbst in der Sauna (bis 18 Uhr geöffnet). Im Anschluss gibt es ein Steinbeißerfilet auf den Teller und ein Glas kalten Chardonnay ins Glas. Wenn wir im hohen Norden Lust auf ein Wiener Schnitzel bekommen, gehen wir zu Manne Pahl, auch in Kampen. Manchmal holen wir uns hier nachmittags auch was zu naschen. Unser Favorit: Pflaumenkuchen!


Samstag: Alles, was eine Insel können muss: Strand, Wasserrutschen und eine Robbe, deren Herz man mit Heringen erobern kann.

10.00 Uhr Moin, Moin: Zum Frühstück ins Watt: In der Kupferkanne in Kampen sitzt man im schönen Garten bei frisch gebackenem Brot und hausgemachten Quarkspeisen.

12.00 Uhr Fisch ahoi: Im Hörnumer Hafen sitzt Kegelrobbe Willi (eigentlich Wilhelmine) im Becken und wartet auf Heringe. Die kauft man bei einer kleinen Bude, ein Euro pro Stück. Wer jetzt auch Lust auf Fisch bekommen hat: Frische Krabben und Miesmuscheln gibt es bei Krabben-Dieter. Bis Ende Oktober fährt hier täglich eine Fähre ins Wattenmeer zu den Ruheplätzen von Willis Familie. Der Kapitän bringt Seesterne, Einsiedlerkrebse und Muscheln zu den Gästen an Bord, damit man sie aus nächster Nähe bestaunen kann.

14.00 Uhr Im Sandkasten: Unser Lieblingsstrand heißt Seepferdchen, nicht weit von Hörnum entfernt, der wie die meisten Strände Sylts sehr weitläufig ist und an dem man gut Muscheln sammeln kann. Im Restaurant Samoa-Seepferdchen sind Kinder willkommen. Auf der Kinderkarte stehen all time favorites wie Milchreis mit Zimt. Auch lecker: Am Kiosk neben dem Spielplatz gibt es Pommes auf die Hand.

16.00 Uhr Wasser marsch: Wenn es zu frisch für den Strand ist, verzichten wir trotzdem nicht aufs Wasser: In der Sylter Welle muss Papa Sebastian seinen Mut in der Turbo-Rutsche beweisen, die Jungs sind vor allem vom Wikingerschiff im Kinderbecken angetan. Passiver Wasserspaß bietet das Aquarium in Westerland. Wer sieht den Zebrahai zuerst?

18.00 Uhr Am Ende eines Tages: Das Kap Horn liegt etwas abgelegen in den Dünen, man kann es aber gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichen. Der perfekte Ort für einen Sundowner!


Sonntag: Nach dem Aufspüren von Wattwürmern auf der nördlichsten Alm Mittag essen und gucken, ob auch Wale gut Zähne putzen können.

10.00 Uhr Auf Spurensuche: Die Spaghetti im Sand sind nicht vom Italiener um die Ecke, sondern die Häufchen, die der Wattwurm hinterlässt. Wie man auch noch diskretere Tiere entlang der Küste aufspürt, lernt man bei einer Wattwanderung, die anderthalb Stunden dauert, für Kinder ab drei Jahren geeignet ist und die der Naturschutzverein Schutzstation Wattenmeer regelmäßig veranstaltet. Die Spurensuche auf eigene Faust führt zum Ellenbogen, dem wahnsinnig schönen letzten Zipfel der Insel.

13.00 Uhr Nord meets Süd: Was darf es denn sein: Austern, Matjes-Tartar – oder doch lieber eine Currywurst? Der Name L.A. Sylt hört sich nach Schickimicki an, ist es aber nicht. Fast sitzt man mit seinem Tisch im Sand, gleich neben dem Lokal gibt es einen Spielplatz. Die Weststrandhalle ist eine Almhütte inmitten der Dünen, in der es österreichische Küche gibt.

14.30 Uhr Auf Zahnfühlung: Keitum ist unserer Meinung nach der schönste Ort Sylts mit den vielen Reetdachhäusern und uralten Kastanien, Buchen und Linden. Von dort radeln wir am liebsten über Wenningstedt nach Kampen, die Strecke führt über kleine Straßen und zum Teil auch am Meer entlang. Räder bekommt man zum Beispiel bei Fahrradkonzept. Museum mit Kind ist ja so eine Sache. Wenn unsere Jungs aber vor den Skeletten gestrandeter Wale im Garten des Sylter Heimatmuseums stehen, werden wir zu denjenigen, die jammern, weil wir endlich weitergehen wollen.

16.00 Uhr Ab durch die Dünen: Auch die Strandbude Buhne 16 in Kampen lässt sich am besten mit dem Fahrrad erreichen. Oder man mietet sich einen Bollerwagen (auch über Fahrradkonzept) und marschiert damit etwa zwanzig Minuten durch Heide und Dünen der Pizza entgegen. Im Sommer kann es hier auch mal eng werden, im Herbst hingegen ist es wunderbar entspannt. Vor allem bei einem Becher „Tote Tante“.