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Magazin: Neue Rubrik: Von Einrichtungsprofis lernen

Wenn jemand weiß, wie man Räume bestmöglich gliedert, nützlichen Stauraum schafft und schöne Möbel für jeden Geldbeutel findet, dann sie: Seit 12 Jahren beschäftigt sich das Berliner Innenarchitekturbüro „Planen pro qm“ mit verschieden Problemlösungen rund um die vier Wände. Uns stehen die Berliner Einrichtungsexperten ab diesem Monat regelmäßig Rede und Antwort zum Thema Wohnen. Diesmal widmen sie sich dem Werkstoff Sperrholz.

Was versteht man unter Sperrholz?
Sperrholz ist ein Schichtholz. Das bedeutet, dass mehrere dünne Holzplatten miteinander zu einer stabilen Platte verleimt werden. Dabei werden die einzelnen Platten so verklebt, dass deren Holzmaserungen rechtwinklig zu einander verlaufen. Das hat den großen Vorteil, dass die Platte sich nicht verzieht, sondern formstabil bleibt, wenn das Holz arbeitet. Durch die gegenläufige Verleimung ergibt sich außerdem eine extrem hohe Festigkeit gegenüber Vollholz oder Spanplatten.

Wofür lässt es sich gut einsetzen?
Sperrholz lässt sich dort gut einsetzen, wo eine hohe Stabilität bei gleichzeitig dünnen Querschnitten gefragt ist. Im Möbelbau eignet es sich daher besonders gut für Schränke, Regale, Tische und Sitzmöbel.

Was macht denn das Material so besonders?
Holz bringt viel Wärme in den Raum und verleiht ihm einen wohnlichen Charme.
Das Besondere daran sind die unzähligen Möglichkeiten, es zu verarbeiten und zu gestalten. DIY-Liebhaber können sich hier mit viel Hingabe austoben und werkeln.

Warum entwickelt sich der Werkstoff mehr und mehr zum Trendholz?
Sperrholz ist durch seine natürliche Optik zeitlos schön. Aus hellem Fichten- oder Kieferholz repräsentiert es wie kein anderes Material den nordischen Stil – authentisch, klar, hell und durch die Naturnähe aber doch warm und gemütlich. Es wirkt „geerdet“ und vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit.

Welche Vorteile hat Sperrholz speziell im Kinderzimmer?
Es ist ein sehr preiswertes Material, überaus einfach zu verarbeiten, äußerst leicht und trotzdem stabil. Haptisch fühlt es sich angenehm weich und warm an. Diese Wirkungen haben insbesondere Sperrhölzer aus weichen Hölzern wie Fichte, Kiefer und Pappel. Um das haptische Erlebnis zu erhalten, kann das Holz natürlich unbehandelt bleiben – alternativ empfehlen wir offenporige Behandlungen wie Lasuren, Wachse und Öle. Diese gibt es sowohl in transparenten als auch in farbigen Variationen. Dann ist es auch unempfindlicher gegen klebrige Kinderhände.

Wie kann ich Sperrholz zum Beispiel ver- und bearbeiten?
Da es ein sehr weiches Material ist, kann es auch mit einfachen Werkzeugen sehr kreativ gestaltet werden: Die Möglichkeiten für Formen, Schnitte und Konstruktionen sind schier unbegrenzt. Das gilt auch für die farbliche Gestaltung. Acrylfarben auf Wasserbasis geben einen deckenden Anstrich, sind kinderleicht mit Rolle oder Pinsel aufzutragen und in allen erdenklichen Farben mischbar. Um den Holzcharakter und seinen Charme zu erhalten, bieten sich transparente Lacke, aber auch farbige Lasuren und Wachse an.

Tipp: Damit Sperrholz beim Sägen nicht splittert, einfach einen Klebestreifen entlang der Schnittlinie kleben und loslegen. Splitterfrei tobt es sich schöner.

Mehr tolle Inspirationen und DIY-Tipps zum Trendmaterial Sperrholz finden Neugierige in der neuen Ausgabe der Nido. Erhältlich, ab dem 25.09.15!