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Noch Fragen?

Frage Nummer 91951 Amos

Früher waren französische Restaurants das Non-Plus-Ultra. Heute Italiener und deutsche Sterneköche. Wo sind die Franzosen geblieben?

Bocuse, Ducasse etc. Man hört kaum noch von ihnen. Dürften ja nicht alle gestorben sein!?
Antworten (5)
Bester
Die haben es nicht nötig, wie die deutschen Köche sich im TV mit Rettungstaten zu brüsten.
elfigy
Die Franzosen gibt es schon noch. Die schreiben auch Bücher und haben Kochschulen. Ich habe vor drei Jahren in Paris einen Kochkurs bei Alain Ducasse gemacht. In Frankreich redet man nur von ihren eigenen Starköchen.
Dass man inzwischen in Deutschland weniger von ihnen hört, liegt daran, dass es eben inzwischen eine Menge guter deutscher Köche gibt. Das war früher anders. Den ganzen Starkochkult haben die Franzosen angefangen und dann hat es eine Weile gedauert, bis sich das hier auch so entwickelt hat.
Gebracht hat das Ganze nix, denn trotz aller Kochsendungen mit hohen Zuschauerzahlen kaufen die meisten Deutschen trotzdem weiter billiges Massentierhaltungsfleisch und Knorr- und Maggifix Packungen zwecks Einheitswürze.
Amos
Hallo elfi: die deutschen Spitzenköche sind aber selten im Fernsehen: Thieltges, Müller, Wohlfahrt oder Lumpp stehen in ihren Restaurants in der Küche und nicht vor den Kameras im Fernsehen. Dort präsentiert sich eher die zweite Garde. Zwar alle gute Köche, aber eben nicht die Spitzengastronomie.
elfigy
Das stimmt Amos. Meine Randbemerkungen über die Auswirkungen von Kochsendungen gehörten da auch nicht mit dazu. Das fiel mir nur noch zusätzlich ein.
RKWGER
zum Vergleich: in Deutschland gibt es 11 3-Sterne-Restaurants, in Frankreich 27. Ergo gilt, dass die französischen Köche der Spitzengastronomie noch nicht ausgestorben sind. Nur gibt es in Deutschland in der Zwischenzeit so viele "Kochsendungen", dass dem geneigten Zuschauer langsam übel wird. Durch diese Kochsendungen werden immer die gleichen Köche protegiert, von denen nur einige Wenige mehr als einen Stern erkocht haben, dafür aber mit eigenem Bild auf der aus der Steiermark importierten Wasserflaschen oder eingedosten Fertigsuppen für sich Werbung machen. Wenn die dann noch bei einigen Prekariatssendern gescheiterten Existenzen vormachen dürfen, wie ein Restaurant zu führen ist, dann ist der Gipfel erklommen.