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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000114169 rayer

Ist unser Bundeswirtschaftsminister untauglich für seinen Job?

Zum Schutz durch feindliche Übernahmen aus Asien und Amerika plant er einen Beteiligungsfond der Unternehmensanteile zum Schutz vor feindlichen Übernahmen zeitlich befristet zu erwerben soll. Von den Maßnahmen profitieren sollen Dax-Konzerne wie Siemens, ThyssenKrupp, die Deutsche Bank oder auch die Autohersteller.
Gerade bei Siemens finde ich die Idee eine Farce. Siemens Chef Kaeser zerteilt gerade seinen Konzern in billige Einzelteile und zum Dank, falls seine "Vision" nicht aufgeht soll der Staat dann mit Steuergeldern rettend eingreifen? Die Visionen hab ich bei Daimler schon gesehen. Edzard Reuter hatte die Vision vom Gemischtwarenhandel und das Unternehmen fast an die Wand gefahren, Jürgen Schrempp hat mit DaimlerChrysler 100 Milliarden verbrannt.
Antworten (30)
StechusKaktus
Zur Info (aus welt.de 09.09.2018):
"Die Bundesregierung will es Investoren außerhalb der Europäischen Union künftig schwerer machen, sich an Unternehmen zu beteiligen, die als für das Land sicherheitsrelevant eingestuft werden. Dazu gehören unter anderem Netzbetreiber, Telekommunikationsunternehmen, IT-Firmen und Hersteller von Gütern, die für die Rüstungsindustrie wichtig sind."

Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind die Geschehnisse rund um KUKA und 50Hertz.

"Mit den Mitteln aus diesem Fonds könnte der Bund im Fall seines Vetos gegen eine Übernahme einerseits Prozesse gegen klagende Käufer und Übernahmekandidaten finanzieren. Andererseits wäre er damit aber auch in der Lage, wichtige Firmen direkt selbst zu kaufen."

Daraus folgt
1. Du erfasst den Sachverhalt nur unzureichend.
2. Der Bundesminister mag aus anderen Gründen untauglich sein, aus diesen ist er es nicht.
3. Das Thema kann nicht als Begründung für deinen Zorn auf grosse Unternehmen herhalten.
rayer
Komisch, die Trottel von der FAZ sehen das ähnlich wie ich.
Vermutlich brauchen wir mal ein Seminar von Stechus.
Zitat FAZ: "Dabei hat die Verstaatlichung von Konzernen, und sei sie nur vorübergehend, mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Ebenso wenig eine staatliche Hilfe für Übernahmen oder eine Lockerung der Fusionskontrolle, die er plant, damit Konzerne noch größer werden.
Das ist amtliche Anmaßung von Wissen. Woher sollen Ministerialbeamte besser als Märkte, Unternehmer oder Wissenschaftler wissen, was Kunden wollen und wie sich die Technik oder bestimmte Branchen entwickeln"?
( Copy & Paste )
rayer
@Stechus
Weil ich gerade über Deine Wirtschaftskompetenz nachdenke. Kürzlich hatte ich erstaunt zur Kenntnis nehmen müssen, dass Du die Dividende bei Daimler für 2018, Zahltag Mai 2019, schon im Oktober 2018 kennst. Wieso muss ich heute erstaunt lesen? "Daimler streicht die Dividende zusammen".
elfigy
Scheinbar hat die FAZ grenzenloses Vertrauen in Märkte und in die Führungsetagen der Konzerne und glaubt, da sitzen lauter anständige Kaufleute.
rayer
Das habe ich nicht behauptet elfigy. Allerdings wenn ich die Wahl habe zwischen Altmaier, Stechus und der FAZ oder Industriebossen, tendiere ich ganz leicht zu FAZ und CEO.
Skorti
Nun, Stechus hat so ein Aktualitätsproblem.

Einmal kennt er die Dividende zu früh, einmal findet er zu einem Thema, nur einen Beitrag aus der Welt vom 09.09.2018, also vor fast einem halben Jahr und merkt nicht, dass dies nicht das Thema von heute ist.

Aber @elfigy,
Es geht hier auch nicht um "anständige" Kaufleute, das mögen die Konzernchefs sogar sein, es geht um den Schutz staatlicher Interessen. Der "Schutz vor feindlichen Übernahmen" soll eigentlich nicht die Konzerne schützen, sondern den Staat, seine Interessen und die Bürger.
rayer
Für den geneigten Leser. Der Titel des Artikels: "Wenn in Berlin die Angst vor China regiert"
rayer
@elfigy
In meiner Frage habe ich auch schon anklingen lassen, was ich von den "Visionen" unserer Industriekapitänen halte.
StechusKaktus
Das müssen wir sortieren (seufz):
1. Kann es sinnvoll sein, in Ausnahmefällen eine wichtige Technik unter der Kontrolle von "Deutschland" zu behalten?

Beispiel hier war KUKA. Es besteht die Sorge, dass das Know-How dieser wichtigen Automatisierungstechnologie komplett nach China exportiert wird. damals meldeten sich viele, die sich dafür einsetzten, dass der Staat solche Übernahmen verhindern soll, um Deutsche Arbeitsplätze zu schützen.

2. Warum sollen grosse DAX-Konzerne von einer solchen Regelung profitieren?

Eigentlich tun sie das gar nicht. Profitieren tut lediglich das Management, weil das nach einer feindlichen Übernahme (die dann ja nicht mehr möglich ist) vor die Tür gesetzt würde.

3. Warum will der Mittelstand (und die FAZ) kein Eingreifen der Politik bei Übernahmen?

Hier wird ein Eingriff in die Freiheits- und Eigentumsrechte gewittert. Immerhin haben die Eigentümer von KUKA ziemlich fett Kasse gemacht.

4. Was findet StechusKaktus?
a) das Thema vom 09.09.2018 ist das gleiche wie das von gestern.
b)Es ist mir sympathisch, wichtige Technologien auch im nationalen Interesse zu sehen. Es ist aber in der globalisierten Welt kaum möglich, weil es nicht möglich ist, allgemeingültige Kriterien dafür festzulegen, was eine "wichtige Technologie" ist.
c) Der Wirtschaftsminister weiss auch, dass der Vorschlag Kacke ist. Es ist aber ein Vorschlag, der beim gemeinen Volk gut ankommt (so ähnlich wie die Grundrente). Und vor den Wahlen müssen alle Parteien nun einmal Ankündigungen von sozialen Grosstaten verbreiten.
pale-rider
na ja,

Anfang der 90er war ich in China. Dort habe ich dann zufällig den M. Wissmann (BM Forschung, Technologie, Verkehr) getroffen, begleitet unter anderem mit viel Siemens Topmanagern.
Man hat dort den Hochgeschwindigkeitszug angeboten.
Ich glaube der fährt in China heute noch auf der Teststrecke und wurde nie abgenommen bzw. bezahlt.

Was ich damit sagen will, man hat den Chinesen unsere Technologie (und Vorsprung) vor vielen Jahren frei Haus geliefert und die Vertreter der Politik und Wirtschaft haben fleißig gebuhlt weil sie nicht über den Tellerrand schauen konnten.
Geistiges Eigentum ist nun weg und staatlich subventionierte chinesische Unternehmen sind jetzt die Top-Player auf dem Weltmarkt.

Unser Bundeswirtschaftsminister sollte sich lieber um die Krümmung der Gurken kümmern. Da ist er ne Weile voll beschäftigt.
Deho
Was ist denn der Job des Bundeswirtschaftsministers? Meiner Meinung nach, politisch Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu setzen. Unser wirtschaftliches Rückgrad sind nicht die Großkonzerne, sondern die mittelständischen Betriebe, und die sollten vor feindlichen Übernahmen geschützt werden, Kuka ist ein gutes Beispiel. Wenn das mal alles mal in ausländischer Hand sein sollte, dann gute Nacht.
rayer
@pale-rider
Den Transrapid bin ich vor 10 Jahren zum Flughafen Shanghai gefahren. 432km/h und du glaubst, das sind gerade mal 100km/h. Ob der bezahlt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Deho
@ pale-rider
Wenn ich etwas nicht leiden kann, ist es die Verbreitung von Schwachsinn.

Die Verordnung zur Gurkenkrümmung der EU wurde aufgrund des Wunsches der Industrie eingeführt und 2009 wieder aufgehoben. Seitdem nutzt die Industrie diese Verordnung als Norm.
rayer
@Deho
Um alles aufzukaufen, sind selbst chinesische Taschen nicht tief genug. Du hast allerdings recht, man kann nicht alles verscherbeln. Allerdings sehe ich da kaum Möglichkeiten, das zu verhindern. Im Zuge der Globalisierung hat man die Aktienmärkte so geöffnet, dass es wohl auch mit Altmaier und seinen Ideen nicht zu verhindern ist. Die Deutschland AG ist Geschichte und der Kapitalismus frisst sich um den Globus.
pale-rider
Aber dennoch könnte sich der Bundeswirtschaftsminister darum kümmern.
Ich finde das sollte globaler Standart werden.
pale-rider
Yep rayer,
unsere CEO's sind keine langfristigen Visionäre mehr, sondern dem Shareholder Value verpflichtet der quartalsweise abgerechnet wird.
Deho
Standart? Das Wort gibt es nicht. Eine Standarte ist ein Wimpel. Es heißt Standard. Der Rest ist leider entsprechend.
pale-rider
also eine Standardabweichung...
Martina
@rayer --> die Antwort ist JA!

@rayer
richtisch (-;

Altmaier ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Er isst viel und ist einer der wenigen EU-Beamten in der deutschen Politik. Er war Mitglied im Europaausschuss des deutschen Bundestages und stellvertretendes Mitglied im Europäischen Verfassungskonvent.

Wenn ich die Ergebnisse unserer EU Politiker sehe (Brexit und Eurokrise), dann wäre es mir lieber Sie würden zum Krümmungsradius der Gurken zurückkehren.
elfigy
Der Brexit ist ein Ergebnis unserer EU Politiker? Wie bekloppt ist denn diese Aussage.
Deho
Hier halte ich zwei Dinge für richtig.
Erstens haben die Briten schon immer eine Reform der verkrusteten EU angemahnt. Aus Brüssel kam die Ansage, wir haben verstanden, aber passiert ist nichts.

Zweitens wollen die Briten jetzt ein Entgegenkommen der EU. Das soll in ein Rosinenpicken der Briten enden, wie sie es immer schon wollten. Das kann und darf die EU nicht zulassen, das wäre ihr Ende.
elfigy
Deho die Briten wollten nicht Rosinen picken, sie HABEN Rosinen gepickt und bekommen. Die halten sich für was besonderes. In den Debatten der letzten Wochen kam raus, dass sie einen Vertrag mit allen Rosinen, aber keinerlei Pflichten wollen.
Deho
Und ich wette, dass sie das bekommen werden.
rayer
@Deho
Die Briten haben Reformen angemahnt? Warst Du schon mal in England? Das ganze Land benötigt eine Reform und Renovierung, danach können wir über die EU reden. Die Insel ist völlig vergammelt. Die Straßen marode, die Pubs und Hotelzimmer sind für Menschen unter 1,70 kaum zu betreten, außer man steht auf Beulen am Kopf. War kürzlich wieder da. In meinem Hotel fand eine Weddingparty statt, die Damen im Abendkleid mit Mustern die vermutlich aus einem Teppichboden der siebziger Jahre stammten. Die Herren im Abendanzug mit ausgelatschten Schuhen, die seit Jahren keine Schuhcreme mehr gesehen haben. grusel
Deho
@ rayer
Zu unserem allen Glück waren es immer die Briten, die Reformen angemahnt haben. Die werden Europa fehlen.

Zum Persönlichen: Das letzte Mal war ich in England und Wales 2012. Da war eigentlich alles noch in Ordnung. Sollte sich das inzwischen geändert haben, ist das an mir vorbeigegangen.
elfigy
Man muss mal nach Leeds, Manchester, Liverpool usw fahren, dann sieht man was los ist. Obwohl es in London auch so Viertel gibt. Aber die gabs da früher schon. Der Verfall in den alten Industriestädten ist erschreckend. Und was da abends so geboten ist. Aber wir sind ja das British Empire und brauchen Europa nicht.
Sgt_Hartman
Meine Frage nach der Untauglichkeit unserer langjährigen Verteidigungsministerin welche die Bundeswehr in einen Scherbenhaufen verwandelt hat ist ja hier untergegangen.

Da kann ich sehen welcher politischer Wind hier weht.

Diejenigen sind verachtenswert.
rayer
@elfigy
Ich war 70km vom Stadtkern London, in Rumänien sieht es ähnlich aus auf dem Dorf.
rayer
Opal ich bitte Dich. Man kann doch nicht über die Quoten Ursel herziehen. Das verbietet sich von allein, nicht dass, das Kabinett wieder rein aus Männern besteht;-)
Skorti
Die ist nicht interessant genug um über sie herzuziehen.
Ihr Ministerium ist auch nicht interessant genug.
(kalter Krieg ist ja vorbei ... der Putin wird schon niemanden was tun ... )

Außerdem kann keiner so richtig Schei... bauen, solange seine Schiffe nicht schwimmen, die U-Boote nicht tauchen, die Flugzeuge nicht fliegen und die Panzer nicht fahren können.

Wenn dann auch noch die Gewehre nicht geradeaus schießen können, kann man wenigstens keine Probleme verursachen ...

... und den Verteidigungsetat bekommen wir auch mit Honoraren auf die von Trump gewünschte Höhe.