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Noch Fragen?

Frage Nummer 98206 Amos

Sind Märklin-Eisenbahnen für Kinder noch interessant, oder spielen damit nur noch Väter und Großväter?

Kann damit auch die Insolvenz von Märklin zusammen hängen? Die Absatzprobleme war ja enorm.
Antworten (5)
netter_fahrer
Die Gründe für die Märklin-Insolvenz kann man hier nachlesen - es sind die typischen Fehler und ein schwächelnder Markt. Märklin baut hochwertige und teure Modellbahnen, das ist eher kein Spielzeug für kleine Kinder. Unser Sohn bekam zum 10. Geburtstag eine Basisausstattung, die nach und nach erweitert wurde; inzwischen steht eine hübsche Anlage mit 3x2 m im Keller. Dort spielen Papa, Sohnemann und alle, die Lust auf Modellbahn haben - eher winters. Ich möchte nicht nachrechnen, wieviel Euronen da verbaut wurden.....! Sicher auch ein Grund für viele, auf preiswertere Bahnen zu setzen, und: Es gibt einen riesigen Gebrauchtbahnenmarkt.
miele
Fast ausschließlich Väter und Großväter, früher gabe es nicht so viele Möglichkeiten, sich als Kind zu beschäftigen. Modellbau war eine Möglichkeit, neben zahlreichen Modellbahnsystemen auch Flugzeugmodelle und Schiffmodelle.
Das Schrauben und Löten an Niedervoltsystemen interessiert die Kids heute nicht mehr. Die erste Märklin Lok wurde längst durch myfirstComputer ersetzt, lustige Melodien, bunte Displays, und, die Kids konnten sich alleine damit beschäftigen, a la Kiste in die Hand, ab in die Ecke und Ruhe bitte.
Märklin versuchte erfolglos dem entgegenzuwirken, z. B. mit Steuerung via App mit Smartphone.
Außerdem ist das Modellbahnhobby zwischenzeitlich richtig teuer geworden, einfache Wagen ab 15 € bis 80 €, Lokomotiven ab 200 € bis über 600 €, Signale ab 30-35 €, doch wohl eher für Großväter.
Amos
Wenn man den Erfolg des Miniatur Wunderland in HH betrachtet, scheint aber doch Interesse zu bestehen. Bei mir wurde die Anlage nur Weihnachten oder an Geburtstagen aufgebaut, weil ich dann neue Teile geschenkt bekam.
Paul0815
Beim Miniaturwunderland kommt aber noch dazu, dass es so groß ist und schon allein deshalb interessant. Dort geht man hin, staunt für zwei Stunden über die enorme Größe und die feinen Details und geht wieder.

Das, was eine eigene Bahn ausmacht, nämlich Planung, stundenlanges Basteln und Ausprobieren, Warten auf Geburtstag und Weihnachten, Sparen auf neue Modelle und Teile und somit jahrelanges kontinuierliches Erweitern und Verbesern fehlt dort für den Zuschauer völlig.
hphersel
es ist zunächst einmal Geschmackksache. Meine Erfahrtung zeigt mir, dass Kinder beiderlei Geschlechts große Augen bekommen, wenn sie meine Anlage (die eigentlich einer großen Baustelle gleicht) zum ersten Mal sehen. Es ist etwas anderes, ob ich eine Lok virtuell am PC steuere oder ob ich das Ding anfassen kann, wobei die Marke (Märklin, Fleischmann, Piko...) keinen Unterschied macht.
Später trennt sich dann die Spreu vom Weizen: Haben die Kinder Spaß daran, etwas im wahrsten Sinne des Wortes aufzubauen, zu erschaffen? Sind sie bereit, die dafür notwendige Geduld aufzubringen? Aber das war schon immer eine Charakterfrage und hat nichts mit den Kids von heute zu tun.
PS: Löten etc muss ich nur, wenn ich eine alte Lok bei ihbäh gekauft habe und sie umrüsten will.