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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000103652 rayer

Wäre ein Unfall wie in Genua auch in Deutschland möglich?

Ich lese immer wieder, die deutschen Brücken sind marode und stark renovierungsbedürftig. Warum redet man über die Zulassung von Gigatrucks? Das kann die Belastung doch nur noch verstärken.
Antworten (22)
solitude33
Hast Du keine anderen Sorgen?
wokk
Eine gewisse Zeit lang habe ich diese Brücke benutzt.
Sie war schon in einem schrecklichen Zustand.
Wie auch diese ganze Autobahnstruktur um Genua herum.
Regelmässig lagen dort Autos und Lastwagen unten, weil auch die Sicherheitseinrichtungen von vorvorvorgestern waren!
Mafia bei der Planung, Ausführung, Unternhaltung und Kontrolle?
dschinn
Ich möchte allen Opfern und deren Angehörigen mein Beileid aussprechen.

Solch "Unfall" kann überall passieren.
Hoffentlich nicht.
Lempel
Noch so ein Menschenfreund.
Deine Beileidsbekundung soll doch nur dazu dienen, dass du glaubst, dadurch in dieser WC gelobt zu werden.

Welches dieser Opfer, oder deren Angehörigen, liest denn in dieser WC?
ing793
Was die Gigaliner betrifft: zumindest in D sind sie im Wesentlichen einfach nur "länger" als normale LKW.
Letzterer darf 40t auf die Waage bringen, der Gigaliner 44t, hat aber mindestens zwei Achsen mehr. Die Belastung für Straßen und Brücken ist da kein wesentliches Argument, es gibt andere Gründe, die gegen den Gigaliner sprechen.

Dass D Brücken "marode" sind, hängt m.E. auch schlicht und einfach mit einem geänderten Berechnungsverfahren zusammen. Vor ein paar Jahren wurde von einem Tag auf den anderen die Brücke der A3 über die A1 in Leverkusen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung versehen, weil sie den Belastungen nicht dauerhaft standhalten würde. Das lag nicht daran, dass eine Untersuchung versteckte Mängel aufgezeigt hätte, sondern weil die Sicherheitsfaktoren hochgesetzt wurden und nach einer gewissen Übergangszeit diese Faktoren auch für Bestandsbrücken zum Ansatz kamen.
ing793
Ach ja, und natürlich ist jede Art von technischem Versagen überall möglich. D ist da kein Hort von Glückseligkeit ...
Dorfdepp
"Die Zeit" schreibt heute, dass es an der Betonbauweise liegen könnte. Da ahnt man schon, dass dabei viel Pfusch möglich ist.

Aber um wieder einmal populistischen Anwandlungen vorzubeugen, es wird etwas getan. Die in den 1960ern Jahren gebauten vielen Brücken der A45 (Sauerlandlinie) werden schon seit Jahren komplett erneuert.
wokk
Hab ich auch gemerkt.
Noch nie so viel Zeit benötigt, um nach Berlin zu gelangen!
Lempel
Dorfdepp,
[Zitat]: »Die Zeit schreibt heute, dass es an der Betonbauweise liegen könnte.«

Ja Donnerwetter, liegen könnte!
Für Trottel wie dich, ist das natürlich ein Beweis dafür, dass die Holzbauweise besser it.
Cheru
In D werden bislang tatsächliche oder errechnete Probleme bemerkt und der Verkehr über die Brücken eingeschränkt (Autobahnbrücke Köln/Leverkusen) oder die Brücken gesperrt (Autobahnbrücke zwischen Köln und Düsseldorf, Autobahnbrücke im Bergischen Land, Brücke über den Main).
Ich kenne auch keine Brücke in D, die quer über bebautes Großstadtgebiet führt und auch noch einen so wenig vertrauenerweckenden Eindruck macht.
Musca
Lempel´s Diskussionskultur ist unter aller Würde.
Es gibt viele verschiedene Arten der Betonverarbeitung, es gibt etliche Möglichkeiten von Brückenkonstruktionen.
So gab es z.B. mit Spannbetonkonstruktionen in den 70er- 80-er eine Menge Probleme, mangels Erfahrung. Spannbeton...siehe Google.
Zu Rayer´s Frage:die in den 50er-60er oder 70er- Jahren konstruierten Brücken sind von ganz anderen Verkehrsbelastungen ausgegangen. Einzelne Gigatrucks sind da wohl weniger das Problem, die gesamte Masse des Schwerverkehrs ist das Problem.
Und schon stellt sich die nächste Frage an unsere allseits bemühten Politiker, warum nicht mehr Fracht auf die Schiene verlagert wird ?
rayer
Warum nicht auf die Schiene? Weil die Schiene keine Maut bezahlt, kein 30 Liter Diesel verballert auf 100 km mit 47 Eurocent pro Liter Mineralölsteuer, weil es für den Transport von mehreren Tausend Tonnen Güter nur einen Lokführer braucht und daher wenig Einkommenssteuer produziert wird. Braucht es noch mehr Argumente gegen die Schiene?
Zombijaeger
Da sieht man auch das problem der privatisierung. Aus ökonomischer sicht ist es besser, lieber mal eine brücke einstürzen zu lassen als aufwendig zu sanieren. Erinnert mich an einen ölmagnat. Hat schrottreife schiffe über den atlantik geschickt, die mit mann und maus abgesoffen sind und anschliessend die versicherungssumme kassiert. Da die schiffe hoch versichert wurden, hat er damit unsummen verdient.
Musca
Oh oh oh Zombie, welch gewagte Theorie.
Voreilige Schlüsse sind das letzte, welches dieses Drama braucht. Es braucht genaue Untersuchungen, egal wie lange diese dauern, Wochen oder Monate.
Zombijaeger
Musca, mag sein. Trotzdem bin ich in der meinung, dass die autobahnen lieber staatlich sein sollten. Der staat hat weniger profit sondern mehr die sicherheit im focus.
ing793
Warum nicht mehr Fracht auf die Schiene? Die Schiene ist am Anschlag ihrer Kapazität. Um wesentlich mehr Fracht zu transportieren, müssen neue Schienen gebaut werden, und das in D, wo jede Stichstrasse erstmal ein dreijähriges Planfeststellungsverfahren durchlaufen muss und anschließend die Entscheidung bis zum BVG beklagt wird.
rayer
Deine Naivität ist grenzenlos ing. Gockel mal nach den Schienenkapazitäten, Verladeanlagen und Bahnanschlüssen die stillgelegt wurden in den letzten 30 Jahren. Der Schienenverkehr ist politisch nicht gewollt. Zu teuer für den Staat und bringt wenig ein.
Jonathankinderkram
Fast jede Brücke hat Beschränkungen je nach Zustand. Jeder Brummifahrer weiß das, es gibt sogar spezielles Kartenmaterial dazu. Vereinzelt gibt es Autobahnbrücken, bei denen überhaupt kein Schwerverkehr drüber darf. Schwerer als Gigaliner sind große Autokräne mit 96 Tonnen. Auch manch anderer Transport auf dem Tieflader dürfte um die 100 Tonnen wiegen. Die bekommen für jede Fahrt eine Ausnahmegenehmigung mit vorgeschriebener Route zum Ziel. Die Schuld am Brückeneinsturz haben nicht schwere Fahrzeuge sondern schlampige Kontrollen.
Dorfdepp
@ Lempel

Du bist hier der Einzige, der themenbezogene Artikel nicht liest und auf die dadurch resultierenden Bildungsmängel auch noch stolz ist.

Hinter deiner Holzhammergrammatik bleiben dir natürlich die Feinheiten in der Formulierung verborgen.
Wer den Artikel gelesen hat, versteht genau, wie das gemeint ist, und du bist der Ochse vor dem Tor, der nur laut blökt.
ing793
@rayer: wer ist hier naiv?
Wen interessieren denn die Nebenstrcken ins tiefe Sauerland, bei denen die Fracht fünfmal umgekoppelt werden muss.
Ich rede von konkurrenzfähigen Schienenverbindungen, sowohl im Hinblick auf die Kosten als auch, und das ist in vielen Fällen noch wichtiger, auf die Zeit.

Weist Du eigentlich, dass die Bahn für den Service, Bahnreisenden den Koffer von Haustür zu Haustür zu transportieren, zumindest in der Anfangszeit LKW benutzt hat, weil Züge einfach nicht schnell genug waren?
Skorti
Da die Züge ja nicht zuverlässiger geworden sind, gehe ich davon aus, dass es der Bahn jetzt egal ist, ob die Koffer pünktlich vor Ort sind.
StechusKaktus
Ing: Jetzt bist du schon so lange hier mit dabei und kennst rayer so gut und trotzdem ist dir der subtile Hinweis auf rayers Verschwörungstheorie entgangen.
Verstehst du es denn wirklich nicht? "Sie" sind so mächtig und wollen gegen das Volk Entscheidungen treffen und Massnahmen verhängen, um irgendwann ganz allein die Macht zu ergreifen. Die Abschaffung einer Bahn-Nebenstrecke ist mit anderen Worten nichts anderes als der erste Schritt in eine Diktatur. Und Gottseidank hat uns rayer, der alte Weltversteher, aufgeklärt!