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Amos

Zensur in Deutschland?

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Demnächst auch wieder öffentliche Bücherverbrennungen?
Frage Nummer 3000049054

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Antworten (5)
Rentier_BV
Hallo Amos
Solche Angelegenheiten zu pauschalieren und Allgemeinschlüsse a la BILD zu ziehen, ist sicher nicht förderlich für eine sachliche Diskussion.

Gruß
R.
Amos
Lieber rentier_bv: Die beiden Fragezeichen sind Dir aber nicht entgangen, oder? Als Frage formuliert ist es zumindest formal kein Statement, sondern lediglich ein kleiner Denkanstoß.

BTW: Den Zusammenhang zur BILD begreife ich nicht.
Skorti
Als der Papst gegen das Titelbild der Titanic vorging, fanden viele Deutsche und auch reichliche Medien, dass Satire nicht alles darf, und griffen die Titanic an.
Geht ein Satiriker gegen Erdogan vor und wird ausgebremst, brüllt die Masse Zensur und die Medien empören sich mit.

Erstens ist es egal, wer von der Satire betroffen ist, ein nettes väterlich wirkendes Kirchenoberhaupt oder ein Staatsoberhaupt mit Allmachtsphantasien.
Zweitens war das Titelbild der Titanic nicht mal ansatzweise in derselben Kategorie wie das Schmähgedicht.
Drittens darf Satire nicht alles, auch da muss es Grenzen geben, das ist weit entfernt von Bücherverbrennung, sondern Rechtsstaatlichkeit.
umjo
Grundsätzlich generaliter als Satire anzuerkennen, Teile daraus hingegen, insbesondere diejenigen mit sexuellem Hintergrund, als 'völlige Missachtung der Rechte des Antragstellers' zu qualifizieren, entspricht der durchaus gelegentlich fragwürdigen Rechtsprechung höchster deutscher Gerichte. Diese nennen das im Zweifel 'juristische Abwägung konkurrierender Rechtsgüter'.

Amos, es wird -das ist die gute Nachricht- demnächst eher keine öffentliche Bücherverbrennung geben.
Aber -und das ist die schlechte Nachricht- einzelne Seiten der Bücher werden wohl vor einer öffentlichen Verbrennung durchaus herausgetrennt werden müssen.

Fazit: Satire ist Satire, solange sie "...parodiert, travestiert und persifliert. Sie ist einseitig, polemisch, nicht selten aggressiv. Kurzum: Es ist nicht ihre Aufgabe, ihrem Gegenstand Gerechtigkeit widerfahren zu lassen..." (Zit.: http://sarkasmus-ironie-zynismus.de/merkmale-der-satire/.

Dem -juristisch unangreifbaren- Gegenstand von Satire Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, bedeutet daher m.E., die Erdogan'schen Schrumpelknöten -u.v.a.- einfach (evtl. lächelnd) zu ignorieren...

Der Typ wird schließlich noch gebraucht, und das definitiv nicht als 'Mann'...
Matthew
Da es Böhmermanns ausdrückliche Absicht war, die Grenzen aufzuzeigen, werden die zur Zeit gerichtlich geklärt und das offenbar übereinstimmend mit seiner eigenen Einschätzung. Deshalb sehe ich da nicht das Problem.
Problematischer waren da schon manche Stellungnamen von Politekern, und ausgesprochen besorgniserregend das hier: http://www.zeit.de/2016/22/npd-verbot-steffen-kailitz-artikel-afd-anwalt-justizskandal.