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"Adrian Darya 1": US-Regierung bot Kapitän von iranischem Tanker Millionensumme für Kooperation

Damit er mit den amerikanischen Behörden kooperiert, bot das US-Außenministerium dem Kapitän eines iranischen Tankers eine Summe in Millionenhöhe. Das bestätigte das Ministerium jetzt. 

Die "Adrian Darya 1" fuhr zuvor unter dem Namen "Grace 1".

Die "Adrian Darya 1" fuhr zuvor unter dem Namen "Grace 1".

AFP

Die US-Regierung hat dem Kapitän des wochenlang vor Gibraltar festgesetzten iranischen Tankers "Adrian Darya 1" Zahlungen in Millionenhöhe für eine Zusammenarbeit mit den US-Behörden angeboten. Der Kontaktmann des US-Außenministeriums für den Iran, Brian Hook, habe dem indischen Kapitän Akhilesh Kumar per E-Mail mehrere Millionen Dollar angeboten, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch und bestätigte damit Berichte der "Financial Times". Im Gegenzug sollte der Kapitän den Tanker in den Hafen eines Landes steuern, in dem er beschlagnahmt werden könnte.

Brian Hook setzte Dutzende Seeleute unter Druck

Die besagte E-Mail ging am 26. August bei Kapitän Kumar ein, heißt es in dem Bericht weiter. Er schreibe mit guten Neuigkeiten, leitete Hook demnach sein Anliegen ein. Um seine Identität zu verifizieren, vermerkte er eine offizielle Telefonnummer des US-Außenministeriums. Nicht das erste Mal: Wie die "Financial Times" herausfand, habe Hook in den vergangenen Monaten Dutzende Seeleute per E-Mail oder SMS kontaktiert, um diese zu verunsichern. Eine Ablehnung der Zusammenarbeit sei mit einem hohen Preis verbunden, so offenbar die Drohung der US-Regierung.

Großbritannien hatte den mit iranischem Erdöl beladenen Tanker Anfang Juli vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar unter dem Verdacht festgesetzt, dass er entgegen der EU-Sanktionen Öl nach Syrien liefern wolle. Die rechtlich umstrittene Entscheidung führte zu einem langen Streit mit dem Iran, in dessen Zuge die iranischen Revolutionsgarden einen britischen Tanker im Persischen Golf festsetzten.    

Ein Gericht in Gibraltar erlaubte dem Supertanker, der früher unter dem Namen "Grace 1" unterwegs war, schließlich Mitte August entgegen des Widerstands der US-Regierung die Weiterfahrt. Bedingung war, dass der mit Rohöl im Wert von 140 Millionen Dollar beladene Tanker unter iranischer Flagge fährt.

amm / AFP