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Adolf Sauerland: Duisburger Ex-Oberbürgermeister sagt im Loveparade-Prozess aus

Die Kritik an seinem Verhalten rund um die Loveparade-Katastrophe ließ der damalige Oberbürgermeister fast stumm über sich ergehen - das ist nun vorbei. Im Prozess in Duisburg wird Adolf Sauerland am Mittwoch als Zeuge aussagen. 

Der ehemalige Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland wartet als Zeuge auf den Beginn des Loveparade-Prozesses

Der ehemalige Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland während der Loveparade-Prozesse im Jahr 2014

Picture Alliance / DPA

Im Prozess um die Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten soll an diesem Mittwoch gegen 9.30 Uhr der frühere Oberbürgermeister Adolf Sauerland als Zeuge aussagen.

Der CDU-Politiker war nach der tödlichen Massenpanik 2010 stark in die Kritik geraten, weil er nicht die politische Verantwortung für das Unglück übernehmen wollte. Im Februar 2012 stimmten die Duisburger in einem Bürgerbegehren mit großer Mehrheit für seine Abwahl. Sauerland zog sich anschließend aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück.

Loveparade-Veranstalter werden schwer belastet

Der Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters Lopavent hatte im Dezember begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Sauerland gehört nicht zu den Angeklagten. Aus Platzgründen findet der Prozess in einer Kongresshalle in Düsseldorf statt. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mindestens 652 wurden verletzt.

Sauerland hatte sich 2016 erstmals öffentlich zu seiner Rolle rund um das Loveparade-Unglück geäußert - und Fehler eingeräumt. Nach der Katastrophe 2010 habe er sich bemüht, keine juristischen Fehler zu machen und dabei "das Mitgefühl für die Angehörigen" vergessen, sagte Sauerland damals dem "Zeit-Magazin" und dem WDR-Fernsehen in einem Interview. "Wahrscheinlich hätte ich viel früher auf die Opfer zugehen müssen."

Adolf Sauerland: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen"

Auch juristisch fühlte sich Sauerland nicht verantwortlich, zumal ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten das so sah. "Man suchte jemanden, den man zur Verantwortung ziehen konnte, dem man die Schuld zuweisen konnte, hinter dem man sich verstecken konnte, und das war ich", sagte Sauerland in dem Interview. "Zurückzutreten, das wäre für mich eine Flucht gewesen. Sollte wirklich etwas juristisch falsch gelaufen sein, zum Beispiel bei der Genehmigung, dann kann man politische Verantwortung verlangen. Aber ich hatte mir nichts vorzuwerfen."

Die Aussage des früheren Rathauschefs war ursprünglich schon für den 27. April geplant. Weil an diesem Tag jedoch eine Hauptschöffin wegen eines Todesfalls verhindert war, wurde die Zeugenaussage des früheren Oberbürgermeisters verlegt. 


sve / DPA
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