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Ermittlungen eingestellt: Angehörige der Germanwings-Opfer sammeln 20.000 Unterschriften für mehr Gewissheit

Im Januar wurden die Ermittlungen zum Germanwings-Absturz eingestellt. Für die Angehörigen bleiben noch immer viele Fragen offen. Eine Petition soll nun Druck auf die Behörden ausüben, um mehr Gewissheit über die Katastrophe zu bringen. 

Eine Gedenktafel am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See erinnert an die Opfer des Germanwings-Absturzes

Am Joseph-König-Gymnasium erinnert eine Gedenktafel an die Opfer des Germanwings-Absturzes. 16 Schüler und zwei Lehrkräfte verunglückten in dem Flugzeug.

Vor rund einem Monat startete Familienvater Frank Noack aus Halle eine Petition für weitere Untersuchungen zum Germanwings-Absturz. Seitdem haben sich etwa 70 weitere Angehörige angeschlossen und mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt. Mit dem Verlauf der Petition zeigte sich Noack zufrieden. "Es war nicht unser Ziel, eine bestimmte Anzahl von Unterschriften zu erreichen", sagte der Mann, der bei dem Absturz im März 2015 seine Tochter verlor, der DPA.

Bei der Katastrophe in den französischen waren 150 Menschen gestorben. Den Ermittlungen zufolge hatte der Copilot die Germanwings-Maschine vorsätzlich zerschellen lassen. Später wurde bekannt, dass der Copilot Jahre zuvor eine psychische Erkrankung hatte, aber trotzdem die Flugerlaubnis bekam. Vor dem Absturz hatte er mit diversen Symptomen zahlreiche Ärzte konsultiert. Die Ermittler stellten das Todesermittlungsverfahren im Januar dieses Jahres ein. Für den Absturz sei ausschließlich der Copilot verantwortlich.

Ärzte des Germanwings-Piloten im Visier

Noack will das nicht so stehen lassen. Die Petition soll erreichen, dass weitere Untersuchungen eingeleitet werden. Zudem seien aus der Tragödie noch immer nicht genug Konsequenzen gezogen worden, sagte er. Die Sache werde von politischen Stellen geprüft, doch ob die Petition tatsächlich Folgen hat, ist offen.

Die Ermittler der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hätten lediglich den Ablauf im Flugzeug geklärt, sagte Noack. Wie es zu dem Absturz in den französischen Alpen kommen konnte, sei damit aber noch nicht beantwortet. So müsse etwa die Rolle der Ärzte genauer beleuchtet werden. Die Angehörigen fordern in ihrer mehr Kontrollen von Piloten und eine flugmedizinische Datenbank. 


sve / DPA