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Kein "Sweetheart-Visa" Liebe in Zeiten von Corona: Binationale Paare fordern mehr Unterstützung

Sehen Sie im Video: Liebe in Zeiten von Corona: Binationale Paare fordern mehr Unterstützung.






Florian Mehler ist seit dem 27. Januar von seiner Freundin Renata getrennt. Im März wollte er in ihre Heimat Brasilien fliegen. Doch diese Reise war coronabedingt damals nicht möglich. Renata will nach Deutschland, hat dafür auch schon alle Papiere. Doch weil Brasilian weltweit das Land mit den zweitmeisten Infektionen und Todesfällen ist, dürfen deren Bürgerinnen und Bürger noch nicht in die EU reisen. "Wir brauchen eigentlich nur die Unterstützung von der Regierung, dass sie einfach einsehen, dass das ganze nicht mehr zeitgemäß ist. Am Anfang der Pandemie war das alles verständlich, logisch. Aber jetzt, viele Länder um Deutschland machen schon die Grenzen auf für binationale Paare." "Ich empfinde eine gewisse Diskriminierung gegenüber Drittländern, denn sehen Sie, ich bin total gesund, meine Familie ist es auch. Ich will in Quarantäne, ich will den Test machen, ich will dafür zahlen. Ich will kommen, aber ich kann nicht." In Brasilien sind bereits fast 100.000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben, über 2,8 Millionen Infektionen meldet das Land. Auch aus den USA, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind, dürfen Geliebte noch nicht zu ihren Partnern nach Deutschland. Deswegen sind vor kurzem mehrere Menschen in Frankfurt demonstrieren gegangen. Ein Recht auf Liebe, Liebe ist kein Tourismus, stand auf den Schildern. Seit sechs Monaten ist Florian von seiner Renata getrennt. Das Paar muss durchhalten, solange ihr die Einreise noch verwehrt ist. Seit dem 29. Juli ist durch die neue Verordnung grundsätzlich die Einreise von Ausländern nach Brasilien für 90 Tage wieder erlaubt. Hierfür ist laut Angaben der brasilianischen Botschaft eine Krankenversicherung nötig. Eine Reise für Florian wäre aber vermutlich mit vielen Hürden verbunden. Muss er in Quarantäne? Darf er wieder zurück? Einige Länder in Europa, darunter Österreich, Norwegen und Dänemark, sind dem Aufruf gefolgt und haben sogenannte "Sweetheart-Visa" eingeführt. Das deutsche Innenministerium beabsichtigt aber keine Sonderregelung und wolle laut Horst Seehofer eine EU-weite Lösung haben.
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Paare, die in unterschiedlichen Ländern leben, haben es dieser Tage coronabedingt sehr schwer. Florian Mehler hat seine Freundin Renata aus Brasilien seit sechs Monaten nicht mehr gesehen. Was das Paar von seinen Regierungen erwartet, erzählt es im Video.

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