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Mangelnde Beweise Strauss-Kahn im Prozess um Sexpartys freigesprochen

Dominique Strauss-Kahn wurde vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen
Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn
© Gonzalo Fuentes/Reuters
Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist vom Vorwurf der schweren Zuhälterei freigesprochen worden. Er habe sich durch die Teilnahme an Sexpartys nicht schuldig gemacht, urteilte das Gericht.

Dominique Strauss-Kahn ist vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden. Der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) habe sich mit seiner Teilnahme an Sexpartys mit Prostituierten nicht strafbar gemacht, entschied ein Gericht im französischen Lille am Freitag. Damit folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. In dem Prozess ging es um freizügige Partys zwischen 2008 und 2011.

Der Vorsitzende Richter Bernard Lemaire wies in der Urteilsbegründung für Strauss-Kahn erneut darauf hin, es sei in dem Prozess nicht um Sexpraktiken gegangen. Auch aus Strauss-Kahns früherer Stellung als IWF-Chef sei kein Nachteil erwachsen. Der 66-Jährige habe die Prostituierten nicht bezahlt.

Neben Strauss-Kahn saßen noch 13 weitere Beteiligte auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft hatte für Strauss-Kahn und andere Angeklagte Freisprüche gefordert, in einigen Fällen auch Bewährungs-und Geldstrafen.

Strauss-Kahn blieb im Gerichtssaal bei der Verlesung der Urteilsbegründung unbewegt. Als Gerichtspräsident Bernard Lemaire aber den Freispruch verkündete, nickte der frühere Spitzenpolitiker der französischen Sozialisten kurz mit dem Kopf.

In dem Prozess hatte das Gericht zuvor bereits eine ganze Reihe von Freisprüchen gegen die anderen Angeklagten verkündet, darunter einstige Hotelchefs und Geschäftsleute. Da auch die Staatsanwaltschaft bei ihrem Plädoyer im Februar einen Freispruch ohne Wenn und Aber für Strauss-Kahn gefordert hatte, war das Urteil für den Ex-IWF-Chef keine Überraschung.

2011 als IWF-Chef zurückgetreten

Zuhälterei wird in Frankreich deutlich weiter ausgelegt als in Deutschland und kann zum Beispiel auch Prostitution umfassen, die von Dritten bezahlt oder bei Sexpartys organisiert wird. Der nach einem Luxushotel benannte "Carlton"-Prozess stand vor allem wegen der pikanten Details über das Sexleben des ehemaligen Ministers in den Schlagzeilen. Prostituierte berichteten teils unter Tränen von den Abenden. Strauss-Kahn betonte allerdings stets, er habe nicht gewusst, dass die beteiligten Frauen Prostituierte waren.

Der Sozialist hatte seine Ambitionen auf die französische

Präsidentschaft aufgeben müssen, nachdem er 2011 wegen einer Affäre
um Vergewaltigungsvorwürfe von seinem Job als IWF-Chef zurückgetreten
war.

mod DPA AFP

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