Nur noch 4,8 Prozent der schwedischen Bevölkerung greifen täglich zur Zigarette. Das geht aus einem Bericht des schwedischen Zentralverbands für Alkohol- und Drogeninformationen (CAN) hervor ,wie "Bild.de" berichtet. Damit gilt das skandinavische Land offiziell als rauchfrei: Die Grenze der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für diese Bezeichnung liegt bei fünf Prozent.
Das Rauchen von Zigaretten ist in der schwedischen Gesellschaft damit nur noch ein Randphänomen. Schweden erfüllt somit als erstes Land das EU-Ziel, den Anteil der Rauchenden bis 2040 auf unter fünf Prozent zu senken.
So wurde Schweden rauchfrei
Zwischen 2003 und 2025 ist der tägliche Zigarettenkonsum der schwedischen Bevölkerung von 16 Prozent auf 4,8 Prozent gefallen. Möglich wurde das durch eine restriktive Politik, die es den Schwedinnen und Schweden immer schwerer machte, im Alltag zur Zigarette zu greifen. So ist die Tabaksteuer in Schweden heute laut "Bild.de" 45 Prozent höher als noch 2003.
In Supermärkten und Kiosken kann man zwar noch Zigaretten kaufen, aber nicht mehr in Geschäften sehen. Raucherinnen und Raucher müssen aktiv nach dem Produkt fragen. Zudem darf in Schweden wie auch in Deutschland in Restaurants nicht mehr geraucht werden. Anders als hier gilt das Rauchverbot dort aber auch für Restaurant-Außenbereiche wie Terrassen, Biergärten oder auch Eingänge. Auch auf Spiel- und Sportplätzen herrscht ein uneingeschränktes Rauchverbot. Das gleich gilt für Bahnhöfe und Bushaltestellen.
Snusen statt Rauchen
Die vielen Rauchverbote in Schweden machen das Land zwar weitestgehend frei von Zigaretten, nikotinfrei ist die Bevölkerung allerdings nicht. Der Konsum von Nikotin verlagert sich zumindest teilweise zu einer anderen Genussart: dem sogenannten "Snusen".
Dabei wird ein kleines, mit Tabak gefülltes Säckchen zwischen Zähne und Wange oder zwischen Zähne und Lippe geklemmt. Das Nikotin wird dann über die Mundschleimhaut direkt in den Blutkreislauf aufgenommen. 2025 nutzten 22 Prozent der Schwedinnen und Schweden regelmäßig Snus, 2003 noch waren es nur zehn Prozent. Von den 17-bis 29-Jährigen konsumieren 32 Prozent auf diese Weise Nikotin.