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Germanwings-Absturz: Die Folgen von Todesflug 4U9525

Auf den Tag genau ist es jetzt zwei Jahre her, dass Co-Pilot Andreas Lubitz einen Germanwings-Airbus auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf zum Absturz brachte. 150 Menschen starben. Was sind die Folgen der Tragödie? Eine Bestandsaufnahme.

Animation des Germanwings-Absturzes

Vor zwei Jahren zerschellte ein Germanwings-Airbus auf dem Weg von nach Düsseldorf mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen. Die wichtigsten Fragen rund um die Flugzeugkatastrophe vom 24. März 2015:

Wie kam es zu dem Absturz?

Aus dem furchtbaren Verdacht wurde bald Gewissheit: Der offenbar unter Depressionen leidende Copilot steuerte die Maschine absichtlich in die Katastrophe. Als der Flugkapitän eine halbe Stunde nach dem Start das Cockpit verließ, stellte der 27-Jährige die Flughöhe auf nur 30 Meter ein, wie eine Auswertung der Flugschreiber ergab. Der ausgesperrte Kapitän war machtlos. Das Manöver hatte Lubitz schon auf dem Hinflug nach Barcelona geprobt.

Die Ermittlungen ergaben eine lange psychische Krankheitsgeschichte des Copiloten, der unter anderem 2008 wegen einer schweren Depression seine Pilotenausbildung unterbrechen musste. In fünf Jahren konsultierte er 41 Ärzte. Eine Auswertung seines Tablet-Computers ergab, dass er sich in den Tagen vor dem mit Möglichkeiten eines Suizids sowie mit den Sicherheitsvorkehrungen bei Cockpit-Türen befasste.

Was haben die juristischen Ermittlungen ergeben?

Mit dem Flugzeugunglück ist weiter die Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Marseille befasst. Sie ermittelt gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung. Dabei wird auch eine mögliche Verantwortung der Lufthansa geprüft. Im Kern geht es darum, was die Luftfahrtgesellschaft von den psychischen Problemen des Copiloten wusste.

Das sogenannte Todesermittlungsverfahren in wurde dagegen im Januar eingestellt. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise darauf, dass andere Menschen als Lubitz eine Schuld für den Tod der Menschen an Bord der Maschine tragen.

Ist die Entschädigungsfrage geklärt?

Die Frage von Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen hat zu einem tiefen Graben zwischen der und vielen Angehörigen geführt. Die Hinterbliebenen warfen der Fluggesellschaft nach der Katastrophe vor, nur 45.000 Euro für jedes Opfer zahlen zu wollen. Die Lufthansa spricht dagegen von durchschnittlich 100.000 Euro, in manchen Fällen noch deutlich mehr.

Die Lufthansa hat bislang nach eigenen Angaben 11,2 Millionen Euro an die Familien gezahlt: Acht Millionen Euro an Vorschusszahlungen für Schadenersatz sowie 3,2 Millionen Euro Schmerzensgeld. Zu weiteren möglichen Zahlungen äußert sich das Unternehmen nicht.

Opferanwälte wollen mehr Geld erstreiten - und haben eine Sammelklage im US-Bundesstaat Arizona gegen die dortige Flugschule der Lufthansa angestrengt, in der Lubitz ausgebildet wurde. In den USA erhalten Hinterbliebene in der Regel deutlich höhere Entschädigungen als in Deutschland.

Welche Konsequenzen zog die Luftfahrtbranche aus der Katastrophe?

Nach dem Absturz empfahl die europäische Luftsicherheitsbehörde Easa, dass sich immer zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit aufhalten sollen - dass also beispielsweise ein Flugbegleiter ins Cockpit geht, wenn einer der Piloten auf die Toilette muss. Diese Zwei-Personen-Regel wird in Europa weitestgehend umgesetzt. Die Easa dringt auch auf genauere psychologische Untersuchungen sowie unangekündigte Alkohol- und Drogentests für Piloten.

Die französische Flugunfallbehörde BEA empfahl zudem strengere medizinische Kontrollen für Piloten, die in der Vergangenheit unter psychischen Erkrankungen litten. Sie forderte außerdem eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht in Fällen wie dem von Lubitz.

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kng / AFP